Die Kriege K. Heini. II. mit Herzog ßolesfaw I. von Polen.
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Tochter, wo man wahrscheinlich die Wiederkehr der Erlebnisse des
vorigen Jahres befürchtete, die Aufforderung ergehen, es möge sich
Niemand fürchten unij etwa nach der Sitte jener Zeit durch erhobenes
Geschrei seine Nachbarn von dein geschehenen in Kenntniss setzen.
Sodann theilte sich das Heer auf seinen Befehl in vier Abtheilungen,
und es wurde denselben die Burg Cirin — man bezieht den Namen
auf die längst zerstörte Burg Zehren und das gleichnamige Dorf nördieh
bei der Stadt Meissen—als Vereinigungsort für den Abend bezeichnet;
zwei Rotten i) aber zogen voran, damit seine Truppen nicht durch
den Markgrafen a ) belästigt werden könnten. Da wurde denn der ganze
Gau Zlomizi 3), der damals auf das beste bestellt war, an diesem
einen Tage durch Feuer, Schwert und Wegschleppung der Bewohner
verödet. „Es möge verstattet sein“, fährt Thietmar in der Schilderung
dieses Plünderungszuges fort, „zu erzählen, wie der, welcher
alle gar oftmals betrog, von einigen Mannen auf Burg Mogilina
(Mügeln bei Hubertsburg) zum besten gehabt wurde. Diese sagten,
da sie von der auf sie losgehenden Abtheilung angegriffen wurden:
‘Warum thut ihr dies? Wir wissen ja, dass euer Herr sehr gut
ist, und wollen ihn dem unsrigen vorziehen. Geht nur voran und
wir werden euch mit unsren Familien und all unserer Habe
schon nacbfolgen’. Da sie so sprachen, belästigten sie die Feinde
fernerhin nicht mehr, meldeten vielmehr ihrem Herrn als gewiss,
dass sie heranzögen. Als aber der Herzog sah, dass seine Krieger
zu spät an dem bestimmten Orte eintrafen, und jene gar zu
Hause verblieben, gerieth er in den heftigsten Zorn und drohte
den trügerischen Bundesgenossen 4 ) mit seiner Rache“. Am folgenden
Morgen mit Sonnenaufgang trat Bolesi'aw den Rückzug an.
Er sandte die unermessliche Beute voraus. Doch begünstigte diesmal
die Polen nicht das Glück. In der Elbe ertranken ihrer viele; die
übrigen kamen unversehrt nach Hause, wo sie unter sich die Beute
vertheilten, nachdem sie das beste für ihren Herscher ausersehen.
Die Zahl der Gefangenen belief sich auf nicht weniger als 3000, ja
1 ) „duo phalanges“: Wawrowski p. 32 hält sie für Reiter.
2 ) Nämlich Güncelin. Wawrowski p. 31.
3 ) 1.1. c. 3. Glomuci genannt; Lomatzsch, atn linken Elbeufer zu beiden Seiten der
Flüsse Döllnitz und Jahna. Wawrowski p. 32.
Den Bewohnern von Mogilin, nicht, wie Laurent und Cohn S. 36 wollen „den
lügenhaften Hinterbringern jener Meldung“.
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