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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

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Zeissberg

von  dem  Könige  noch  die  Erlaubnis  mit  ihrer  Herrin  und  den  (ihrigen ­
  Habseligkeiten  und  Freunden  *)  frei  abziehen  zu  dürfen,  erlangen.
Auf  ihren  Rath  besprach  sich  Bucco,  der  Befehlshaber  der  Stadt,  mit
Otto,  dem  Bruder  seiner  Herrin  und  mit  dessen  Zustimmung  überlieferte ­
  er  die  Burg  dem  Könige;  er  selbst  aber  erhielt  mit  allem,  was
ihm  anvertraut  worden  war,  freien  Abzug.  Sofort  gab  der  König  den
Befehl,  die  Stadt  von  Grund  aus  zu  zerstören;  da  aber  die  damit
Beauftragten  schonend  verfuhren,  w r urde  dieselbe  zum  grössten  Theile
zugleich  mit  den  Festungswerken  2 )  erhalten.
Während  der  König  noch  vor  Crusni  lagerte,  sammelte  Bolesiaw
von  Polen  heimlich  ein  Heer  und  Hess  durch  Boten  seinen  Bruder
Guncelin  auffordern,  eingedenk  seiner  festen  Zusage,  die  Burg
Meissen  ihm  auszuliefern  und  die  alte  Freundschaft  zu  erneuern.
Allein  dieser,  wohl  wissend,  dass  er,  w'enn  er  jenen  eingelassen,
der  Gnade  des  Königs  und  seines  Besitzes  für  immer  verlustig
werden  würde  3 ),  antwortete  auf  jene  Aufforderung;  „Alles,  was
du  sonst  von  mir  verlangst,  Bruder,  gewähre  ich  dir  gerne;  auch
weigere  ich  mich  nicht,  selbst  dies  zu  tbun,  w’enn  sich  je  die
Gelegenheit  hiezu  bietet.  Um  mich  sind  aber  die  Leute  meines
Lehnsherrn  4 ),  die  dies  nicht  zulassen,  und  würde  dieses  kund,  so
würde  mein  Leben  mit  allem,  was  ich  besitze,  auf  dem  Spiele  stehen“.
Auf  diese  Antwort  Hess  Bolesiaw^  die  Überbringer  derselben  5 )  festbalten
  und  noch  an  demselben  Tage  6 )  1000  Mann  ?)  an  die  Elbe
vorrücken.  Hier  traf  die  Mannschaft  bei  bereits  einbrechender  Dunkelheit ­
  ein  8 ).  Er  Hess  daher  in  aller  Stille  nach  einem  Übergangspunkte ­
  spähen,  folgte  am  nächsten  Morgen  selbst  mit  der  Hauptmacht ­
  9 )  nach  und  Hess  an  die  Stadt  Strela,  das  Leibgedinge  seiner

„hospitibus“.
2 )  „aedificiis“  vgl.  Thietmar  V.  23.
s )  „istius  ingressu  a  gratia  regis  et  demonio  tali  penitus  exclusum  fuisse“.
„Die  neueren“  sagt  Hirsch  1,  268.  A.  2.  „haben  diese  satellites  senioris  mei  mit
Recht  für  die  Besatzung  gehalten,  welche  die  benachbarten  geistlichen  und  weltlichen ­
  Fürsten  abwechselnd  zur  Verteidigung  der  Burg  Meissen  stellen  mussten.
5 )  Cohn,  Kais,  fleinr.  II.  Anm.  zu  Seite  33  meint,  es  waren  Boleslaw's  Boten.
®)  Wie  ich  aus  dem  folgenden  „mane  facto“  schliesse.
7 )  W.  v.  Giesebrecht,  G.  d.  d.  Kais.  Z.  I,  817.
8 )  Vgl.  A.  6.  Das  Factum  Fällt  in  den  Herbst  des  Jahres  1003.
Wie  ich  aus  der  gegenüber  von  nur  1000  Polen  unmässig  grossen  Zahl  von  Gefangenen, ­
  die  sie  machten,  schliesse.
            
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