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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

Die  Kriege  K.  Heinrich  II.  mit  Herzog  Bolesfaw  I.  v.  Polen.

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zu  werfen.  Das  weite  Gebiet  von  der  Saale  und  Elbe  im  Westen  bis
zur  Oder  und  Bober  im  Osten  und  vom  Kamme  des  Riesengebirges  im
Süden  bis  zur  Elbe  und  Peene  imNorden,  dem  einst  Gero  als  „dux  et
marchio“  Vorstand,  wurde  bei  dessen  Tode  in  sechs  besondere  Marken
zersplittert:  1.  das  Gebiet  Thietrich’s,  die  spätere  Nord-  oder  Altmark; ­
  2.  jenes  Hodo's,  die  spätere  Lausitz;  3.  jenes  Thietmars,
die  spätere  Ostmark;  4.,  S.,  6.  die  Gebiete  der  Grafen  Günther,
Wigbert  und  Wizzer  in  Süd-Thüringen,  wovon  ein  Theil  später  die
Mark  Meissen  ausmachte.  Von  den  genannten  Markgrafen  wird  nur
Tkietrich  bisweilen  als  „dux“  in  den  Quellen  bezeichnet,  scheint  also
in  dieser  Beziehung  an  Gero’s  Stelle  getreten  zu  sein,  dem  er  nur  an
Besitz  und  persönlicher  Begabung  nachstand.  Thietrich  starb  985
und  batte  Lothar  aus  dem  Hause  Walbeck,  einen  Verwandten  des
Geschichtschreibers  und  nachmals  Bischofes  Thietmar  von  Merseburg
zum  Nachfolger  in  der  Mark,  doch  nicht  imDukat,  welch'  letzterer
vielmehr  auf  Ekkehard,  den  Sohn  des  obgenannten  Grafen  Günther
und  Nachfolger  jenes  Rikdag,  der  schon  seit  etwa  980  Meissen
allein  Vorstand  und  985  starb,  übergegangen  zu  sein  scheint  t).  Auch
Hodo  war,  nachdem  er  seit  993  nebst  der  Lausitz  die  Ostmark  verwaltet ­
  batte,  noch  unter  Otto  III.  gestorben  und  batte  zum  Nachfolger ­
  in  beiden  Marken  Gero,  des  Grafen  Thietmar  Solm.

0  Wenigstens  halte  ich  diese  Erklärung  der  Stelle  Thietmar's  1.  5.  c.S:  „Über  ganz  Thiiringen
  erlangte  er  durch  Wahl  des  gesammten  Volkes  die  herzogliche  Würde.  Auf
die  Grafen  des  Ostens  konnte  er  mit  wenigen  Ausnamen  zählen“  (comites  vero
orientales,  paucis  tantum  exceptis,  regnumque  in  spe  habuit)  für  die  natürlichste.
Adalbold  c.  5  nennt  den  Ekkehard  nur  „marchio  in  Thuringia“,  worauf  Hirsch  I.
196  kein  Gewicht  gelegt  wissen  will,  während  indess  Usinger  gerade  aus  der  Vergleichung ­
  Adalbold’s  mit  Thietmar  folgert,  dass  hier  noch  ein  Beispiel  des  Markherzogthumes
  vorliege,  und  dass  demnach  Giesebrecht,  Kais.  Zeit  1,  632  Unrecht
habe,  wenn  er  sage:  „War  unter  Dietrich  als  Markherzog  noch  eine  gewisse
Verbindung  zwischen  den  wendischen  Marken  erhalten  worden,  so  wurde  diese
völlig  aufgelöst“.  —  Obgleich  die  abweichende  Ansicht  Hirsch’s  Bd.  1,196:  „Gero,
der  jetzt  die  von  seinem  Vater  ererbte  Ostmark  mit  der  früher  von  Hodo  verwalteten ­
  Lausitz  zu  einem  ansehnlichen  und  abgerundeten  Gebiete  vereinigt  hatte“,
für  unseren  nächsten  Zweck  irrelevant  ist,  begreife  ich  doch  nicht  seine  Äusserung ­
  :  „Wir  treten  der  von  Giesebrecht,  Jahrb.  II,  1.  Excurs  1.  S.  149  ff.  entwickelten ­
  Ansicht,  nach  wiederholter  Prüfung  vollkommen  bei,“  da  meine  im
.  Texte  mitgetheilte  Ansicht  aus  W.  Giesebrecht’s  Kaiser-Geschichte  1,  632  und
Anmerkung  stammt.
            
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