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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

Müller,  Beiträge  zur  Kenntniss  der  Päli-Srache.

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Beiträge  zur  Kenntniss  der  Päli-Spraehe.
Von  Dr.  Friedrich  Müller
Professor  an  der  Wiener  Universität.
II.
B.  Formenlehre.
I.  Nomen.
Die.  Declination  des  Nomens  im  Pali  folgt  ganz  der  im  vorigen
Aufsätze  erwähnten  Neigung  der  Sprache  zu  vocalisch  scliliessenden
Formen.
Die  alte  consonantische  Declination  des  Sanskrit  ist  im  Pali
immer  mehr  und  mehr  im  Verschwinden;  statt  ihrer  sehen  wir  die
vocalische  eintreten.  Und  zwar  ist  es  besonders  die  a-Declination,
welche  in  der  Entwicklung  der  Sprache  um  sich  greift.
Die  Themen  in  -ant  (Participialbildungen)  bilden  im  Singular
alle  Casus,  mit  Ausnahme  des  Ablativ,  entweder  nach  der  alten
Weise  oder  erweitern  das  Thema  zu  -ant-a.  Der  Ablativ  Singul.
kann  nur  von  letzterem  Thema  gebildet  werden.  Auf  eben  dasselbe
gehen  auch  die  Formen  des  Plural  zurück;  Nominativ,  Accusativ,
Vocativ  und  Genitiv  können  auch  nach  der  alten  Declination  flectirt
  werden.  Davon  gehören  die  nach  der  consonantischen  Declination
gebildeten  Formen  mehr  der  älteren,  besonders  poetischen  Sprache
an  ,  während  die  vocalischen  mehr  von  der  jüngeren  prosaischen
Redeweise  gebraucht  werden.
Auf  gleiche  Art  werden  die  Themen  in  -vani,  -mant  und  -in  abgeändert. ­
  Erstere  lauten  im  Nominativ  Singul.  in  letztere  in  -i  aus.
Die  Themen  in  -in  erweitern  das  Thema  nicht  wie  die  andern
consonantischen  zu  -in-a,  sondern  werfen  das  n  ab  und  werden  in
jenen  Casus,  wo  bei  den  ersteren  Versetzung  in  die  «-Declination
stattlindet,  nach  der  /-Declination  flectirt.
            
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