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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

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Schulte

gative,  theils  positive.  Erstere  bestehe»  darin,  dass  kaum  denkbar ­
  ist,  wie  Jemand  in  Italien  auf  den  Gedanken  gekommen  wäre,
aus  dem  Decrete  einen  solchen  Auszug  zu  machen,  wo  ihm  sicher
leicht  war,  Abschriften  des  Originales  zu  erhalten;  ebenso  Hesse
sich  kaum  begreifen,  wie  dort  für  das  römische  Recht  mit  solcher
Vorliebe  auf  die  Exeptiones  sollte  verwiesen  worden  sein.  Nun  ist
unzweifelhaft 7 ),  dass  die  Exceptiones  legiim  Romanorum  der  Gegend ­
  von  Valence  angeboren.  Hieraus  erklärt  sich  ihr  Gebrauch  in
einem  ähnlichen  Werke  für  das  canonische  Recht  leicht.  Auch
spricht  hierfür  der  Name  Exceptiones,  der  zwar  in  älteren  canonischen
  Quellen  vorkommt 8 ),  aus  dieser  Zeit  aber  doch  selten  ist.
Dafür  spricht  ferner  die  Verbindung  beider  Exceptiones  in  demselben ­
  Codex,  die  beständige  Benutzung  des  Petrus,  endlich  eine  auffallende ­
  Berücksichtigung  Gallikanischer  Verhältnisse.  Fol.  66  b.
heisst  es  am  Rande  (zu  c.  3.  C.  26.  q.  2.):  „in  capitulo  illo  in  galliarum
  privilegio  sue  dignitatis  aliquis  non  debet  exuere  ecclesiam“,
obwohl  der  Inhalt  dieses  cap.  gar  keine  Veranlassung  bietet,  eine
besondere  Bemerkung  zu  machen.  Auch  das  Wort  privilegium  ist
significant,  weil  es  im  Original  nicht  stellt,  ja  auch  nicht  ganz  passt,
weil  die  Primatialwürde  von  Arles  nicht  gerade  auf  einem  solchen
beruhete;  der  gallikanischen  Kirche  ist  der  Ausdruck  aber  geläufig
für  jede  ihrer  Besonderheiten.  Zu  Fol.  70.  zue.  3.  ministrare  C.  26.
q.  6.:  „Infra  pars  ult.  di.  1.  consecrat.  Missas  die  dominica,  Cum  ad
celebrandas  [i.  e.  c.  64.  und  66.  D.  I.  de  consecr.].  Hoc  non  est
contrarium,  quamvis  videatur.  auctoritates  ille  missas  et  ad  celebrandas ­
  loquntur  de  privatis  benedictionibus  vel  de  illis  que  solent
fieri  cum  cruce  vel  cum  corporalibus  sicut  mos  est  in  quibusdam  ecclesiis
  gallie.  He  benedictiones  non  prohibentur  sacerdotibus  sed
auctoritas  ista  ministrare  loquitur  de  solempni  benedictione,  quae  fit
cum  istis  versiculis:  „Sit  nomen  domini  benedictum  et  adjutorium
nostrum  in  nomine  domini,“  vel  de  illa  benedictione,  quam  dat  episcopus
  cum  debet  dieere:  „per  gratiam  domini“,  quando  diaeonus  cantat:
  „pastor  amande  gregi  etc“.  Iste  benedictiones  sacerdotibus  sunt
7 )  v.  Savigny  Gesch.  lf.  S.  141  ff.  Es  möge  auch  daraufhingewiesen  werden,  was
Savigny  und  Stintzing  bezüglich  des  Petrus  weiter  ausführen,  dass  die
Art,  die  römischen  Rechtsquellen  zu  citiren,  ganz  abweicht  von  jener,  welche
die  bolognesischen  Juristen  befolgten,  wie  die  obigen  Beispiele  zeigen.
8 )  Vgl.  v.  Savigny  a.  a.  0.  Seite  140  nota  b.
            
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