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Z i n g e r 1 e
Bei Fischart finden wir folgende, die hieher zu zählen sind:
Kuhrantzumvih. Garg. XVII.
Virlameuten kukleaß. Garg. XVIII.
Zunglinspitzlin, Fritzenschmitzlin. Garg. XXV.
Susa seußlin, Flusa fleußlin. Garg. XXV.
Weren nicht die Herren des Viehs der Herd,
Vnd die Herren der Herd aulf diser Erd,
So weren wir all Geistlich vnd gelehrt. Garg. XIX. [Garg. XXV.
Meiner Mutter Magd macht mir mein Muss mit meiner Mutter Mehl.
Der Vers:
„Ren, ram, rint, rehte raten ruoch.“
mit dem Meister Rümzlant ein Räthsel einführt, scheint auch dieser
Sprechgymnastik anzugehören ')■ Der Reimspruch:
„Lirum, lamm, LölFelstiel,
Wer das nit kann, der kann nit vil 3 )“
war schon Fischart (s. Garg. c. 2ä) bekannt. Als einen früher sehr
bekannten Kinderreim müssen wir den folgenden:
„Gickes, geekes ofenloch,
die gäns gehen barfuos *)“.
annehmen, welchen Johannes Nas dreimal vorführt '*).
Ein besonderes Vergnügen macht den Kindern, die Vögelsprache
nachzuahmen oder deren Gesänge und Gezwitscher Sinn und Bedeutung
unterzulegen. Mittelhochdeutsche Dichter sprechen ja vom
Vögellatein 5 ), deuten ihren Sang oder Ruf und ahmen denselben
nach. Die Verse:
„Nü merket baz der swalwen art,
die sie zu stunden wiset :
sie vliuget hin und schiuzt her wider,
„du diep, du diep!“ sie schriet *).“
1) MSH. II, 369”.
3 ) Vgl. Rochholz p. 28. Stöber, Volksbüchlein p. 55. Simrock, Kinderbuch No.
78. 79.
s ) Vgl. Stöber, Volksbüchlein p. 20. Simrock, Kinderbuch No. 199. 803.
4 ) Centuria secunda. praef. und Bl. 199 b . — C. quinta Bl. 94 a .
5 ) „diu wilden waltvögellin
hiezen si willekomen sin
vil suoze in ir Latine.“ Tristan 436, 5. Vgl. Gött. Anz. 1833, 1590.
6 ) MSH. III, 109 b .