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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

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Z  i  n  g  e  r  1  e

Mal  erwähnt  wird  i),  trieben  wohl  auch  Kinder,  wenn  sie  Gelegenheit
dazu  fanden.  Ein  Kugelspiel,  das  ähnlich  dem  „Kugelitrölen“  3 )  oder
„Watschelen“  s)  war,  schildert  B.  von  Trimberg  *).  Das  Wichtelspiel ­
  5)  wird  zweimal  erwähnt,  ohne  dass  wir  darüber  nähere  Kunde
besitzen.  Manche  Spiele  knüpfen  sich  an  eine  bestimmte  Zeit  oder
Gelegenheit.  So  hecken  die  Kinder  mit  den  Eiern  um  Ostern.  Dies
Spiel  ist  in  der  Tugenden  Schatz  erwähnt:
„zwei  wolten  mit  eigern  klucken“  6 ).
Wird  ein  Schwein  geschlachtet,  spielen  die  Kinder  mit  der
aufgeblähten  Blase,  wovon  schon  Geiler  berichtet:  „Wen  man  ein
suw  metzget,  so  nemen  die  bösen  knaben  die  blatter  und  blasent  sie
uff  und  tliuon  drei  oder  fier  erbsen  darin  und  machen  ein  geriimpel,
und  ist  inen  die  blatter  lieber  dann  zwo  seiten  speck“  ?).
Wir  übergehen  die  grossen  Kinderfeste  am  Gregoritagc  s)  und
am  Tage  der  unschuldigen  Kindlein  »),  das  Bischofspiel  ">),  Virgatum
  gehen' 1 )  etc.  und  geben  zum  Schlüsse  das  Verzeichniss  der
Spiele  aus  „der  Tugenden  Schatz“  vollständig  '2).  Denn  viele  derselben ­
  wurden  zweifelsohne  auch  von  Kindern  getrieben:
„Zwei  begunden  kosen,
Zwei  die  brachen  rosen,

zeit  im  selben  bach  ein  kindt,  Waltherr  von  Wyl  genämbt,  vndt  sähe  ein  schühli
im  Bach,  das  schupffet  er  mit  der  stältzen  etc.  anno  1349.  —  Rochholz  458.
1 )  „Swer  spilen  welle  der  kegel,
der  sol  gen  uf  den  plaz,
dä  vindet  er  mangen  viirsaz.“  IIGA.  49,  1184.
„kegel  werff  und  gampelspil.“  Keller,  Erz.  p.  2-1,  30.
2 )  Rochholz  458.
3)  Schöpf  804.
4)  Renner  11365.  Mhd.  WB.  I,  895\
5 )  „des  Weisheit  aht  ich  zeime  spil,
daz  man  diu  wihtel  hat  genant.  MSH.  I,  298*.
„und  spilt  mit  dem  wihtelln
uf  dem  tisch  umb  guoten  win.“  Buch  der  Rügen  509.
6 )  Alts  wert  90,  20.
7 )  Brösamlin  II.  Bl.  51.  Rochholz  448.
Rochholz  502.
9 )  Rochholz  501.  Scheible,  Gute  alte  Zeit  566.
i°)  Scheible,  G.  a.  Z.  568.  571.
1 Ebendort  565.
12)  Altswert  p.  89  und  90.
            
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