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Z i n gr e r 1 e
„Der wflrfel hat valles vil,
„für war ich dir daz sagen wil:
der spilt, da für gehoert kein segen,
er muoz Verlustes sich bewegen. Cato p. 131 ))
war damals allgemein bei Jung und Alt beliebt und Bruder Berthold
eifert schon gegen dieses verderbliche Spiel 2 ): „wän ez geschiht
manic tüsent siinde von würfelspil, die sus niemer geschaehen“ s).
Neben dem Würfelspiele ward das Brett- und Schachspiel *) häufig
betrieben, und w ohl auch Kinder, die ja in allen Stücken das Beispiel
der Erwachsenen nachahmen, mochten sich darin versuchen. Der
Gewinn wird dann in unbedeutenden Dingen, vielleicht auch in Glasringlein,
bestanden haben, da auch Erwachsene um Goldringlein
spielten 5). Allein die Ringlein dienten Kindern auch sonst zum Spiele
denn das „vingerlin snellen“ scheint ein beliebtes Kinderspiel gewesen
zu sein. Wolfram nennt es zweimal:
„swa der marcgräve funde strit,
daz waer diu kurzwile sin.
als ein kint, daz sneHet vingerlin.“ Willehalm 327, 8.
„ame liove er sine tohter vant,
wer solte quelen sinen lip
mit sus getaner arebeit?“
sus wurden würfel dar geleit
und ein bret schoen unde sieht,
üf dem der wunnecliche kneht
da spilte mit der künigin
eintweder umbe vingerlin
od umbe senlte biuze.“ Trojaner Krieg 15884 IF.
i J Vgl. Cato ed. Zarncke p. 32, 105 und 107.
2 ) Ed. Pfeiffer I, 14, 35 fT. 216, 39.
3) Ebendort 14, 39.
4 ) Vgl. Weinhold, deutsche Frauen 85 und HGA. 15, 141. — II p. 493. Krone 18870.
22114. Wigalois 269, 37. Parz. 408, 29.
5 ) sö spilent zwai dort in aim bret
umb ain guldin vingerlin. Liedersaal 11 p. 214.
Truten swester, Bride,
spilt mit Eppen umbe ein vingeride. Neidhart 42, 13.
Ilunc dominella rogat, quo secum tessere ludat,
Annulus ut victi donetur ter superanti
Kuodlieb VIII, 60. Troj. Krieg 15896. etc.