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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

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Z  i  n  gr  e  r  1  e

„Der  wflrfel  hat  valles  vil,
„für  war  ich  dir  daz  sagen  wil:
der  spilt,  da  für  gehoert  kein  segen,
er  muoz  Verlustes  sich  bewegen.  Cato  p.  131  ))
war  damals  allgemein  bei  Jung  und  Alt  beliebt  und  Bruder  Berthold
eifert  schon  gegen  dieses  verderbliche  Spiel  2 ):  „wän  ez  geschiht
manic  tüsent  siinde  von  würfelspil,  die  sus  niemer  geschaehen“  s).
Neben  dem  Würfelspiele  ward  das  Brett-  und  Schachspiel  *)  häufig
betrieben,  und  w  ohl  auch  Kinder,  die  ja  in  allen  Stücken  das  Beispiel
der  Erwachsenen  nachahmen,  mochten  sich  darin  versuchen.  Der
Gewinn  wird  dann  in  unbedeutenden  Dingen,  vielleicht  auch  in  Glasringlein, ­
  bestanden  haben,  da  auch  Erwachsene  um  Goldringlein
spielten  5).  Allein  die  Ringlein  dienten  Kindern  auch  sonst  zum  Spiele
denn  das  „vingerlin  snellen“  scheint  ein  beliebtes  Kinderspiel  gewesen ­
  zu  sein.  Wolfram  nennt  es  zweimal:
„swa  der  marcgräve  funde  strit,
daz  waer  diu  kurzwile  sin.
als  ein  kint,  daz  sneHet  vingerlin.“  Willehalm  327,  8.
„ame  liove  er  sine  tohter  vant,

wer  solte  quelen  sinen  lip
mit  sus  getaner  arebeit?“
sus  wurden  würfel  dar  geleit
und  ein  bret  schoen  unde  sieht,
üf  dem  der  wunnecliche  kneht
da  spilte  mit  der  künigin
eintweder  umbe  vingerlin
od  umbe  senlte  biuze.“  Trojaner  Krieg  15884  IF.
i J  Vgl.  Cato  ed.  Zarncke  p.  32,  105  und  107.
2 )  Ed.  Pfeiffer  I,  14,  35  fT.  216,  39.
3)  Ebendort  14,  39.
4 )  Vgl.  Weinhold,  deutsche  Frauen  85  und  HGA.  15,  141.  —  II  p.  493.  Krone  18870.
22114.  Wigalois  269,  37.  Parz.  408,  29.
5 )  sö  spilent  zwai  dort  in  aim  bret
umb  ain  guldin  vingerlin.  Liedersaal  11  p.  214.
Truten  swester,  Bride,
spilt  mit  Eppen  umbe  ein  vingeride.  Neidhart  42,  13.
Ilunc  dominella  rogat,  quo  secum  tessere  ludat,
Annulus  ut  victi  donetur  ter  superanti
Kuodlieb  VIII,  60.  Troj.  Krieg  15896.  etc.
            
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