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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

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Z  i  d  g  e  r  1  e

dann  bei  Geiler:  „Wan  man  sitzt  und  die  liend  umb  einander
wicklet  und  machet  zirlin,  mirlin,  gaßentirlin“  *)  und:  „Wan  die
feigen  weiber  müssig  gon,  so  lofen  sie  von  einem  winke]  in  den  andern, ­
  dan  under  der  thiir  und  machen  zirlin  mirlin,  gartenthürlin,
und  stopfen  dan  mit  dem  messer  in  ein  klinsen,  und  kumt  dan  ander
leckerei  nach“-).
Die  Erinnerung  an  dies  Spiel  hat  sich  in  mehren  Kinderreimen
erhaltens).  Fischart  kennt  auch  das  Spiel:  „Steinverbergen“,  das  in
Aargau  als  „Steinli-gä“,  in  der  Wetterau  als  „Blinkeblank,  in  welcher
Hand?“  fortlebt 4 ).
Eines  der  einfachsten  und  bekanntesten  Spiele  ist  das  „Lachen
verhalten“  oder  „Gramüseli  machen“  5).  Fischart  nennt  es:  „Seid
Ihr  Braut  von  Schmollen,  so  lacht  mir  eins“,  „Ungelacht  pfetz
ich  Dich“.
Das  Blindekuhspiel 6 ),  welches  schon  den  Griechen  bekannt
war’),  wird  in  „der  Tugenden  Schatz“  erwähnt:
„zwei  spilten  blinder  muosen“  s ).
Bei  Fischart  heisst  es:  „Es  laufft  eine  Mauß  die  Mauer  auf.  —
Blindenmauß“.  In  Geilers  Schriften  finden  wir:  „spilent  der  blinden
miis“  (Bilg.  9 a ),  „spilet  der  blinden  maus  mit  den  knechten“  (Spinnerin ­
  65“).  Schon  Otfried  scheint  dies  Spiel  im  Sinn  zu  haben,  wenn
er  bei  Verspottung  des  Heilandes  IV.  19,  73.  sagt:
„tliiu  ougun  si  imo  buntun,  thaz  in  zi  spile  funtun“.
Ein  Fingerspiel,  das  der  italienischen  Morra  verwandt  ist,  war
das  von  Fischart  genannte  „Eselin  beschlagen“.  Auf  dasselbe  oder
ein  verwandtes  Spiel  beziehen  sich  die  Verse:
„Wiltu  danne  vinger  zeln,
so  machtu  dir  erweln
ains  ze  frägent  nach  dinem  sinne.“
Liedersaal  II  p.  214.
*)  Von  den  15  staffeln.  BI.  17.
2 )  Emeis  BI.  25.  Mone  Anzeiger  IV,  151.
3 )  Stöber,  Volksbüchlein  No.  127  und  293.
4 )  Rochholz  428.  429.  Vgl.  Haupt,  Zeitschrift  VI,  485.
5 )  Rochholz  430.
6)  Vgl.  Rochholz  431.
7 )  Becker,  Charikles  I,  33.  Aus  dem  Kinderleben  26.  Meier  No.409.  Grimm,  Wörterbuch ­
  II,  122.
8 )  Altswert  90,  12.
            
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