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Z i n g e r I e
„ouch treip man umbe als einen bal
ir lop in deme riche.“ Engelhart 780.
„wirfet er si hin und her als einen bal.“ MSH. II, 361“.
Dass vorzüglich junge Leute und Kinder sich am Ballspiele erlustigten,
bezeugen uns nebst vielen andern folgende Belege:
ir herzen blicke in dem sal
hin und her reht als ein bal
giengen , da diu kint mite
spilnt nach kintlichem site.“ Heinrieh’s Tristan 2645.
„und ir al den liuten
gar werdet zeinem schalle,
als dö mit dem balle
tribent (kint) kintliehen spot.“ Von zwei Kaufleuten 581.
louf an die sträze zuo den kinden, wirf den bal. MSH. II, 77 b .
Neben dem Ballspiele bildete das Reihenspringen die Hauptunterhaltung
der Jugend in der schönen Jahreszeit. Dass die Kinder,
die stäts gerne laufen, springen und tanzen i),das Beispiel der altern
nachahmten, kann nicht bezweifelt werden. Die Kinder setzen ja
heutzutage noch den alten Reihentanz fort ä), den der Bauer längst
aufgegeben hat, und die bekannten Kinderreime: „Ringe, ringe,
reihe“ etc., „Ringel, ringel, rosenkranz“ 3 ) und ähnliche beweisen
durch ihre weite Verbreitung, dass es altererbte Reihenlieder sind,
die weit zurück reichen müssen.
1 ) „manges spils diu kint begunden:
eine liefn, die andern Sprüngen.“ Br. Philipp, Marienleben 4334.
2 ) Vgl. Rochholz 369.
3 ) Simrock, Kinderbuch p. 200. 201. Aus dem Kinderleben p. 35. 56. Meier, Kinderreime
p. 97. Zingerle, Sitten p. 158. — Mannhärt, germanische Mythen 506.
507. 513 ff. Rochholz 183. Müllenhof p. 484. Ein ähnliches Kinderlied aus Neapel:
„A la rota, a la rota“
theilt Liebrecht mit im Pentamerone des Giambattista Basile I, 404. Schneller
gibt folgendes Liedchen aus Wälschtirol :
„Ghinghiringaja
sotto la paja,
sotto’l pajoin
scappa chi pol.“ Sagen p. 252.