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Z i n g e r I e
Ein anderes Ballspiel, das er im Jahre 1438 zu Basel sah,
schildert Äneas Sylvius: „Andere spielen Ball. Doch nicht auf italienische
Weise. Sie hängen vielmehr auf dem Spielplätze einen eisernen
Bing auf und wetteifern, den Ball hindurch zu werfen. Sie treiben
dabei den Ball mit einem Holz an, nicht mit der Hand. Die übrige
Menge singt indessen Lieder und windet Kränze den Spielenden.“
Bochholz bemerkt hierzu (p. 385): „Man warf also auf ebener Bahn
die Kugel durch einen Eisenring. Dies hiess den Bügel schlagen
(Henisch. thesaur. v. J. 1616). Im Vlämischen gilt ebenso durch
die Kloospforte schlagen: closen , cloten, bollen, boghelen. (Juniu s
Nomenclator 1567). In Norddeutschland ist dies die Kliese, ein Holzball,
der um Ostern herkömmlich in Gesellschaft geschlagen wird.“
Letzteres ist aber nicht richtig, denn das von Kuhn mitgetheilte Ballspiel
um Ostern ist kein anderes als das Morenjagen, Sautreiben oder
Todaustreiben und hat mit einem Eisenringe nichts zu thun.
Ein anderes Ballspiel war der Sehaggün 3 ) und bestand vermutblich
darin, dass man eine Kugel in einem engen Kreise der
Spielenden so geschwind herumtrieb, dass sie bei einem oder mehreren
vorbeisprang, ohne dass diese mit ihren Stöcken sie berühren
konnten s).
Meist wurde der Ball geworfen, denn „werfen den bal“ ist der
gewöhnliche Ausdruck; z. B.:
„dö sie den brief gerillte,
sie nät in wider in den bal.
der wart dem iungen Rial [Bl. 14 d.
geworfen dar an einem tage.“ Wilhelm v. Österreich,
„da mit w r as der brief geschriben
und aber in den bal genät.
der wart geworfen mit getat
ze schimpfe dan der frien
*) Norddeutsche Sagen p. 372.
2 ) „Mit schaggun ist iu ein spil
erloubet, der ez tuon wil
umb ein ave Mariä.“ Buch der Rügen 505.
In einer Visitationsvollmacht bei Voigt, Geschichte Preussens 6, 504 heisst es:
„ze dem remther sal man nymands gestaten keinerlei spil vmb gelt sunder schachzabeln
und czackunen speie“ Haupt, Zeitschrift 11, 59.
8 ) Rochholz 386.