Das deutsche Kinderspiel im Mittelalter.
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den wurfin sie ein andir.
swilch ir da was gerandir
und sneliir dan die andirn,
so sie begondin wandirn,
die behielt da den scal.
dit spil was geheizin bal
in romischir zungin.
sus giengin die iungin
huppliinde und springinde,
von den brutin singinde,
ein andir werfinde den bal.
Über das Ballspiel, wie es in Constanz zur Zeit des Concils
getrieben wurde, berichtet der Italiener Poggio in einem an seinen
Landsmann Nicoli gerichteten Briefe: „Sie spielen nicht wie bei uns,
sondern Mann und Frau wirft sich, je nachdem man sich am liebsten
hat, einen Ball voll Schellen zu. Alles rennt dann, ihn zu haschen,
ein jeder wirft ihn wieder seiner eigenen Geliebten zu, und wer ihn
bekommt, der hat gewonnen.“ Diese Art begegnet uns auch im
Wilhelm von Österreich:
„Aglien dem kinde
was groze huot gesetzet
mit iamer in irs herzen sal.
iedoch so man uf warf den bal
und er einem in die hant
wart, so tet ez so bekant
dem andern sinen holden gruoz.“ Bl. 13 d.
und im Gedichte: „der bal“
„wie die megde den selben lobent,
wie si glient, wie si tobent,
swenne er den bal üz werfen soll
söst, im wol;
wan er weit, wem er den bal hoch durch die lüfte sende,
si bietent im ir hende :
„du bist doch min,
geveterlin,
wirf mir her, an diz ende.“ MSH. II, 113 b.
1 ) Rochholz 38ö.
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