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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

Das  deutsche  Kinderspiel  im  Mittelalter.

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den  wurfin  sie  ein  andir.
swilch  ir  da  was  gerandir
und  sneliir  dan  die  andirn,
so  sie  begondin  wandirn,
die  behielt  da  den  scal.
dit  spil  was  geheizin  bal
in  romischir  zungin.
sus  giengin  die  iungin
huppliinde  und  springinde,
von  den  brutin  singinde,
ein  andir  werfinde  den  bal.
Über  das  Ballspiel,  wie  es  in  Constanz  zur  Zeit  des  Concils
getrieben  wurde,  berichtet  der  Italiener  Poggio  in  einem  an  seinen
Landsmann  Nicoli  gerichteten  Briefe:  „Sie  spielen  nicht  wie  bei  uns,
sondern  Mann  und  Frau  wirft  sich,  je  nachdem  man  sich  am  liebsten
hat,  einen  Ball  voll  Schellen  zu.  Alles  rennt  dann,  ihn  zu  haschen,
ein  jeder  wirft  ihn  wieder  seiner  eigenen  Geliebten  zu,  und  wer  ihn
bekommt,  der  hat  gewonnen.“  Diese  Art  begegnet  uns  auch  im
Wilhelm  von  Österreich:
„Aglien  dem  kinde
was  groze  huot  gesetzet
mit  iamer  in  irs  herzen  sal.
iedoch  so  man  uf  warf  den  bal
und  er  einem  in  die  hant
wart,  so  tet  ez  so  bekant
dem  andern  sinen  holden  gruoz.“  Bl.  13  d.
und  im  Gedichte:  „der  bal“
„wie  die  megde  den  selben  lobent,
wie  si  glient,  wie  si  tobent,
swenne  er  den  bal  üz  werfen  soll
söst,  im  wol;
wan  er  weit,  wem  er  den  bal  hoch  durch  die  lüfte  sende,
si  bietent  im  ir  hende  :
„du  bist  doch  min,
geveterlin,
wirf  mir  her,  an  diz  ende.“  MSH.  II,  113  b.

1 )  Rochholz  38ö.

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