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Z i n g e r I e
so loufent sie nü peltlich hervor
und spotten der liute in sclialkes sitten. Renner 12570.
Das Sprichwort „Kinder sind kleine Schälke“ hatte somit schon
damals seine Geltung, wie noch heutzutage.
Die schönste Freudenzeit der Kinder begann aber im Frühlinge,
wenn der Schnee schwand, die Saaten und Wiesen zu grünen anfiengen
und die ersten Blumen sich zeigten. Ein neues Lehen erwachte
dann für Gross und Klein, das die Minnesänger zu preisen nicht müde
werden. Sie fordern auch die Jugend auf zu fröhlichem Reigen,
lustigem Ballspiele und heiterem Gesänge '). Dass die Kinder hinter der
allgemeinen Frühlingslust nicht zurückhlieben, ja dieselbe mit ihren
Spielen doppelt genossen, wie heutzutage, darf man nicht bezweifeln.
Die ersten Spiele, daran sich die Knaben am Beginne des Frühlings
erfreuen, sind das Kreiselschlagen und das Schussern (Specken,
Spickern). Der Kreisel, den die Griechen und Römer als Kinderspielzeug
schon kannten 2 ), wird von unsern Dichtern öfters genannt.
Der Topf — dies war sein gewöhnlicher Name — wurde mit einer
Geisel umgetrieben. Wolfram sagt:
„sol iemen bringen uns den köpf,
hie heit diu geisel, dort der topf:
lätz kint in umbe triben:
so lobt manz vor den wiben“. Parz. 150, 15.
und im Gedichte „Übles Weib“ liest man:
„ez gevvan nie topfe
vor geisein sollien umbeswanc,
als si mich äne minen dane
mit siegen umb und umbe treip. v. 692 s).
Dies Spiel war so allgemein bekannt, dass es bei Vergleichen
sprichwörtlich wurde, z. B.:
„daz ich gie umbe als ein topf“. Übles Weib 319.
„daz er gie umbe als ein topf“. Liedersaal 2, 244.
„daz er gieng umb als ein topf“. Gr. Wolfdietrich 860, 4.
*) Vgl. Walther L. 51, 21. Neidhart 13, 18. 15, 35. 28, 7 etc.
2 ) Charikles I, 33. RochhoIz419.
8 ) Vgl.: „nim einen topf vür würfelspil.“ Cato Z. p. 32.
»zuo spil dir einen dop begade,
von würfelspil dir komt schade.“ Cato Z. p. 165.
Wenn der hischof den topf treibt. Vintler. Haupt Zeitschr IX, 117.