Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

Das  deutsche  Kinderspiel  im  Mittelalter.

133

sin  die  mine  ilit  sclioener  baz,
die  gebt  im  äne  minen  Iiaz.“
Die  junge  Sigune  bittet  den  Vater,  ihren  Schrein  mit  Toeken
zu  füllen,  i)  und  in  ihrem  Zwiegespräche  mit  Schionatulander  fragt
sie  diesen,  oh  sie  die  Minne  bei  den  Toeken  verwahren  solle  2 ).
Gawan  drückt  die  kindliche  Obilot  wie  eine  Tocke  an  seine  Brust  3 )
und  vom  heissen  Kampf  auf  Leben  und  Tod  sagt  unser  Dichter,  er
sei  kein  Tockenspiel  4 ).
Im  jüngern  Titurel  finden  sich  folgende  hierauf  bezügliche
Stellen  :
„die  dritte  was  zu  kleine  zu  solher  kunste,
den  toeken  truoe  sie  holden  muot  mit  gunste.“  468,  3.
„alsam  die  kinder  spilent  mit  den  toeken.“  1370,  4.
„daz  ist  ein  spil  mit  toeken.“  1348,  11.
daz  ich  dich,  herre,  wägete  nach  kindes  toeken  ziere“  1203,  1.
„einen  halben  geren,  des  ein  kleine  tocke
bedarf,  daz  wart  nilit  funden  keiner  genze“  3480,  2.
„wie  dirre  strlt  ein  spil  toeken  waere“  4333,  2.
„so  furht  (er)  einen  man  wol  sam  ein  toeken“  3560,  4.
Auch  in  andern  Gedichten  finden  wir  das  Tockenspiel  nicht
selten  erwähnt,  z.  B.
„Ein  biderbe  herre  gedenken  sol,
swenne  man  im  sprichet  wol:
„ist  daz  war  daz  ener  seil?“
liugt  aver  er,  so  si  im  leit
daz  in  der  loser  triegen  wil
mit  so  getanem  toeken  spil:

0  Daz  kint  sprach  :  „liebez  veterlin,  nu  heiz  mir  gewinnen
min  schnii  vollen  toeken,  swenn  ich  zuo  miner  muomen  var  von  hinnen.“
Titurel  30,  1.  Vergl.  J.  Tit.  6öö,  2.
2 )  „muoz  ich  si  gehalten  bi  den  toeken?“  Titurel  64,  3.  Vergl.  J.  Tit.  697,  3.
ö )  „er  dructez  kint  wol  gevar
als  ein  tockn  an  sine  brust.  “  Parz.  39o,  22.
*)  »sine  spilten  nicht  der  toeken:
ez  galt  ze  beder  sit  daz  leben.“

Willehalm  222,  18.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.