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Z i n g e r I e
ouch half in sere, daz diu kint
so lihte ze gewenenne sint.
er g'ewan ir, swaz er veile vant,
spigel tinde harbant,
und swaz kinden liep sol sin,
giirtel unde vingerlin.“ Arm Heinrich 328 IT.
Kruseln, Bickelsteine, Ringlein werden hier namentlich aufgeführt.
Ganz charakteristisch ist die obige Aufzählung der Habseligkeiten
im Munde des naiven Mädchens, denn ohne Zweifel bewahrten
die Mädchen ihren Spieltand sorgfältiger auf, als die Knaben, wie
Sorgfalt und Sparsamkeit künftigen Hausmüttern geziemt. Der künftige
Beruf der Mädchen ward auch schon in ihrem Spiele mit den
Tocken angedeutet. Sie üben sich ja an den Puppen im voraus an
die künftigen Mutterpflichten. Das Spiel mit den Tocken ■) wird oft
erwähnt oder es wird darauf angespielt. In Mai und Beaflor heisst es:
„du waere noch in der lügende,
daz man dich mit den tocken
billich noch solde locken.“ 175, 40.
und H. von Labers singt:
„der tocken wol mit im ze spilen waere,
als ie diu kint erdenkent
durch zitvertriben gämelicher maere.“ Jagd 331.
Am öftesten erwähnt aber die Tocken Wolfram von Eschenbach,
der wohl an die Puppenfreude seiner eigenen Tochter 2 ) dabei
dachte, wie er es einmal ausdrücklich thut:
„miner toliter tocke
ist unnäch so sclioene.“ Willehalm 33 , 24.
In Parz. 372, IS lesen wir:
„des burcgräven tohterlin
diu sprach: „nu saget mir, frouwe min,
wes habt ir im ze gebne wän?
sit daz wir niht wan tocken hän,
O Tocke ist der alte deutsche Ausdruck, während das Wort Puppe, wenn nicht
durch das lat. puppa, durch das Französische nach Deutschland gekommen ist. Im
Althochdeutschen begegnet: tocha, tohcha, toccha, doccha in der Bedeutung des
lat. puppa. Graff, althd. Sprachschatz VI, 364.
2 ) Siinrock 760. — Holland, Geschichte der altdeutschen Dichtkunst in Bayern 129.