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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

Das  deutsche  Kinderspiel  im  Mittelalter.

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suochen  zeime  holen  berc,
da  dienet  iu  vil  getwerc
und  ir  vindt  kurzwile  vil:
vogelsanc  und  seitenspiel.  Laurin  E.  1290.
darauf  hin,  so  bestätigen  uns  dies  schlagend  die  Belege  :
„vil  manege  seiten  suoz  erklungen
vil  manige  vogel  lieplich  sungen,
vil  manige  busün  lut  erhal
in  des  rieben  kiiniges  sal.“  Laurin  E.  1439.
„Von  in  wart  kurzwile  harte  vil  getan,
ir  liebten  seiten  klungen  dö  froelich  sunder  wän.
nahtegal  und  galander  sungen  wider  strit
vil  faste  wider  einander  zuo  der  selben  zit  *)“•
Gr.  Wolfdietrich  1407.
und  an  einer  andern  Stelle  desselben  Gedichtes  sind  die  Käfige  ausdrücklich ­
  genannt:
„die  vögel  iu  kefigen  sungen.  waz  mohte  bezzers  gesin?“  1374.,
wie  wir  auch  auf  den  Bildern  des  Walther  von  der  Vogelweide  in  der
Pariser  und  Weingartner  Handschrift  2)  einen  Vogelkäfig  sehen.  Neidhart ­
  kennt  den  Ausdruck:  „vogelhüs“.
„Swer  einen  vogel  liaete,
der  mit  sänge  dur  daz  jär
sinen  willen  taete,
dem  solt  er  underwilen  zuo  dem  vogelbuse  sehen
und  gaebe  im  guote  spise;“  84,  32  ff.  3)
Auf  zahme,  abgeriehtete  Vögel  deutet  das  schon  vom  Kürenberger ­
  gebrauchte  Sprichwort:
„wip  und  vederspil,
die  werdent  lihte  zam“.  MSF.  10,  17.
das  uns  auch  im  Renner:

')  Das  geschah  in  einem  Saale.
2 )  MSB.  IV,  161“.
3 )  Über  anderweitiges  Vorkommen  dieses  Wortes  s.  Mhd.  WB.  I,  740".  Damit  ist  Al.
Schultz,  der  in  seiner  Schrift:  Über  Bau  und  Einrichtung  der  Hofburgen,  p.  31
sagt:  „mir  ist  kein  Beispiel  aus  mittelalterlichen  Schriftstellern  bekannt,  dass  von
gefangenen  Singvögeln  erzählt  würde“  hinreichend  widerlegt.
            
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