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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 57. Band, (Jahrgang 1867)

Das  deutsche  Kinderspiel  im  Mittelalter.

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„Ich  geswige  danne  umbe  kint,
den  vögele  also  liep  sint.“  und  Stellen  wie:
„Sun,  so  der  vogel  e  reliter  zit
von  sinem  neste  fliegen  wil,
sich  selben  er  vil  lihte  git
den  tumben  kinden  zeinem  spil“  Winsbeke  32,  1.  —
„Von  neste  ein  vogel  ze  fruo  gevlogen
der  wirt  den  kinden  übte  ein  spil;
die  vedern  werdent  im  enzogen.“  ,Winsbekin  9,  5.
„Der  vogel  sieh  selben  triuget,
der  von  dem  neste  vliuget
ze  vruo,  der  wirt  der  kinde  spil.“  HGA.  26,  295.
bestätigen  die  Lust  der  Kinder  an  Vöglein.  Darauf  deutet  auch  der
kindlichen  Sigune  Frage,  ob  die  Minne  ein  Vogel  sei:
„od  fliuget  minne  ungerne  üf  hant  durh  die  wilde?  ich  kan  minn  wol
locken.  W.  Titurel  64,  4  3 ).
Das  Mädchen,  das  den  Sperber  erblickt,  spricht  zum  Ritter  mit  Neugierde ­
  und  Bewunderung:
„  so  tuot  mir  bekannt,
wie  iuwer  vogel  si  genant:
im  siat  sin  vüeze  also  gel,
siniu  ougen  schoen  und  sinewel,
sin  gevider  vech  und  sieht;
waere  im  sin  snabel  gereht,
so  enwaere  kein  gebrest  dar  an.
vil  wol  ich  mich  des  entstan,
daz  ez  vil  suoze  singet,
swelher  vrowen  irz  bringet,
diu  muoz  iu  immer  holt  sin;
ez  ist  ein  schoenez  vogelin.“  3 )

*)  Reinhart  Fuchs  p.  293.
2 )  Vgl.  »Und  fleuget  minne  zu  handen?  oder  ist  sie  wilde?  ich  kan  ir  wol  locken.“
J.  Tit.  697,  4.
„Sie  mag  liht  wol  ein  voglin  sin:  sprinzel,  turteltibe,
galander,  nahtigal,  merlin,  Sittich  an  vederstriibe.“  J.  Tit.  702,  1.
s )  HGA.  22,  95  ff.
            
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