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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 56. Band, (Jahrgang 1867)

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P  f  i  z  m  a  i  e  r

nach  einem  zwanzig-  und  dreissigjährigen  Studium  gerathen  kann,
ist  leider  nicht  oline  Begründung.  Namentlich  sind  es  nicht  eommentirte
  Schriften  gemischten,  nicht  erzählenden  Inhalts  und  von
eompendiöser  Fassung,  manche  Vorreden  zu  Werken,  Aetenstücke,
locale  und  geschäftliche  Ankündigungen,  nicht  selten  also  für  das
allgemeine  Verständniss  berechnete  Aufsätze,  die  stellenweise  jeder
Erklärung  zu  trotzen  scheinen.  Bei  näherer  Betrachtung  zeigt  es  sich
jedoch,  dass  nicht  die  Sprache,  sondern  die  mangelhafte  Bekanntschaft ­
  mit  dem  Gegenstände  die  Schuld  der  Schwerverständlichkeit
trägt.  Auf  ähnliche  Weise  wie  es  uns  häufig  schwer  fällt,  Werke
über  locale  chinesische  Angelegenheiten  durchaus  richtig  zu  verstehen, ­
  mochte  es  auch  für  die  graduirten  chinesischen  Gelehrten
schwierig  gewesen  sein,  in  Werken  über  locale  europäische  Angelegenheiten, ­
  zumal  wenn  sie  fehlerhaft  oder  unzweckmässig  verfasst
waren,  einen  Sinn  zu  entdecken.
Die  Aufgabe  desjenigen,  der  die  Hilfsmittel  zur  Erlernung  des
Chinesischen  liefern  will,  besteht  im  Grunde  darin,  an  geeigneter
Stelle  recht  viele  eigenthümlich  chinesische  Gegenstände  aufzunehmen, ­
  so  dass  dem  Lernenden  heim  Lesen  der  Bücher  nicht  leicht
etwas  fremd  bleiben  könnte.  Die  Mangelhaftigkeit  der  bisherigen
europäischen  Hilfsmittel  in  dieser  Beziehung  muss  Jedem,  der  den
Versuch  machen  wollte,  sie  zu  benützen,  stark  auflallen,  und  es
ist  hauptsächlich  diesem  Umstande  zuzuschreiben,  dass  die  chinesische ­
  Sprache,  nicht  ganz  ohne  Grund,  in  dem  Rufe  unüberwindlicher
Schwierigkeit  steht,  obgleich  Nichlkenner  den  Grund  in  etwas
Anderem  suchen.
Die  Original-Wörterbücher  der  Chinesen,  besonders  Klianghi,
  bieten  in  dieser  Hinsicht  mehr,  aber  bei  weitem  nicht  alles.
Indessen  mögen  Vorgeschrittene,  wenn  sie  zugleich  die  von  Chinesen ­
  verfassten  Wörterbücher  der  zusammengesetzten  Ausdrücke
benützen  und  jedesmal  einen  tieferen  Einblick  in  den  behandelten
Gegenstand  zu  gewinnen  suchen,  sich  mit  den  zuletzt  angeführten
Werken  behelfen  können.
Noch  mögen  einige  Bemerkungen  über  die  von  den  neueren
englischen  Missionären  gebrauchte  Umschreibung  der  chinesischen
Wörter,  welche  vorzugsweise  der  Einführung  eines  phonetischen
Systems  zur  Grundlage  dienen  soll,  hier  ihre  Stelle  finden.  Bisher
hatte  man  sich  bei  der  Umschreibung  der  chinesischen  Wörter  mit
            
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