Roswitha und Conrad Geltes.
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gehurte dazu nicht blos poetische Begabung und innige Vertrautheit
mit der Ovidischen Sprache, (welche Vorzüge der Humanist hatte),
sondern auch ein tüchtiges astronomisches Wissen *) und genaue
Kenntniss der römischen Staats- und Religions-Alterthümer, die er
nicht in dem erforderlichen Grade besass.
Ähnlich wie mit den Ovidischen Fasten mag es sich mit einem
andern Werk eines alten Schriftstellers verhalten haben, dessen Herausgabe
Celtes angekündigt hatte, ohne dass er jedoch später sein
Versprechen erfüllte. Als er im Jahre 1497 von L. Apulejus, dem
Neuplatoniker, die Cosmographia edirte 3 ), versprach er in dem
Vorworte, dass er von demselben Schriftsteller ein anderes Werk,
nämlich die libri de Platonica majestate et sublimitate publiciren
wollte s ). Nun findet sich aber unter den Apuleiischen Schriften keine
solche mit dem angeführten Titel: es kommen allerdings Fragmente
aus dem Werke des Apulejus de habitudine, doctrina et nativitate
Platonis philosophi sive de dogmate Platonis libri tres vor: es ist
diese Schrift eigentlich eine Einleitung in die platonische Philosophie
und man bestreitet gegenwärtig, ob sie von Apulejus geschrieben
worden, jedenfalls ist ein Theil davon (das dritte Buch) unecht 4 ).
Es ist wahrscheinlich, dass Celtes eben aus den vorhandenen fragmentarischen
Excerpten ein Werk, welches er dem Apulejus beilegen
wollte, zu schreiben beabsichtigte. Er gab die Sache aber später
wieder auf.
Dass Celtes auch die Fabeln des Phaedrus, deren Echtheit
bestritten wird, zuerst an die Öffentlichkeit gebracht habe, wie
*) Vgl. Ideler über Ovids Fasten (Abhand], in der Berlin. Akad. der Wissensch. 1822.)
a ) Luc. Apuleji Platonici et Aristotelici philosophi Epitoma divinum de Mundo seu
Cosmographia ductu Conradi Celtis : impressum Viennae (1497). fol. Vgl. Denis Wien.
Buchdr. Gesell. S. 8 und Kliipfel vit. Celt. II. p. 50 über diese seltene Ausgabe.
Diese Apuleisehe Cosmographia ist eigentlich eine freie Bearbeitung der sogenannten
aristotelischen Schrift ttspi xSo’p.ov^ welche jedoch auch für unecht und
für eine Übersetzung des lateinischen Werkes gehalten wird. Vgl. Hildebrand de
vita etscriptis Apuleji. Hall. 1835 und Betoland les ouvrages d’Apuleje. Paris 1835.
8 ) In dem Dedicationsschreiben des Celtes an die kaiserlichen Räthe Fuxmagen tfhd
Krachenberger wird am Schlüsse gesagt: Iterum valete, reliquos Apuleji libros de
Platonica majestate et sublimitate nostramque de Phoebo et Marte mythologiam
lecturi.
4 ) Vgl. Hildebrand u. Betoland a. a. 0.