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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 56. Band, (Jahrgang 1867)

Roswitha  und  Conrad  Geltes.

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gehurte  dazu  nicht  blos  poetische  Begabung  und  innige  Vertrautheit
mit  der  Ovidischen  Sprache,  (welche  Vorzüge  der  Humanist  hatte),
sondern  auch  ein  tüchtiges  astronomisches  Wissen  *)  und  genaue
Kenntniss  der  römischen  Staats-  und  Religions-Alterthümer,  die  er
nicht  in  dem  erforderlichen  Grade  besass.
Ähnlich  wie  mit  den  Ovidischen  Fasten  mag  es  sich  mit  einem
andern  Werk  eines  alten  Schriftstellers  verhalten  haben,  dessen  Herausgabe ­
  Celtes  angekündigt  hatte,  ohne  dass  er  jedoch  später  sein
Versprechen  erfüllte.  Als  er  im  Jahre  1497  von  L.  Apulejus,  dem
Neuplatoniker,  die  Cosmographia  edirte  3 ),  versprach  er  in  dem
Vorworte,  dass  er  von  demselben  Schriftsteller  ein  anderes  Werk,
nämlich  die  libri  de  Platonica  majestate  et  sublimitate  publiciren
wollte  s ).  Nun  findet  sich  aber  unter  den  Apuleiischen  Schriften  keine
solche  mit  dem  angeführten  Titel:  es  kommen  allerdings  Fragmente
aus  dem  Werke  des  Apulejus  de  habitudine,  doctrina  et  nativitate
Platonis  philosophi  sive  de  dogmate  Platonis  libri  tres  vor:  es  ist
diese  Schrift  eigentlich  eine  Einleitung  in  die  platonische  Philosophie
und  man  bestreitet  gegenwärtig,  ob  sie  von  Apulejus  geschrieben
worden,  jedenfalls  ist  ein  Theil  davon  (das  dritte  Buch)  unecht  4 ).
Es  ist  wahrscheinlich,  dass  Celtes  eben  aus  den  vorhandenen  fragmentarischen ­
  Excerpten  ein  Werk,  welches  er  dem  Apulejus  beilegen
wollte,  zu  schreiben  beabsichtigte.  Er  gab  die  Sache  aber  später
wieder  auf.
Dass  Celtes  auch  die  Fabeln  des  Phaedrus,  deren  Echtheit
bestritten  wird,  zuerst  an  die  Öffentlichkeit  gebracht  habe,  wie

*)  Vgl.  Ideler  über  Ovids  Fasten  (Abhand],  in  der  Berlin.  Akad.  der  Wissensch.  1822.)
a )  Luc.  Apuleji  Platonici  et  Aristotelici  philosophi  Epitoma  divinum  de  Mundo  seu
Cosmographia  ductu  Conradi  Celtis  :  impressum  Viennae  (1497).  fol.  Vgl.  Denis  Wien.
Buchdr.  Gesell.  S.  8  und  Kliipfel  vit.  Celt.  II.  p.  50  über  diese  seltene  Ausgabe.
Diese  Apuleisehe  Cosmographia  ist  eigentlich  eine  freie  Bearbeitung  der  sogenannten ­
  aristotelischen  Schrift  ttspi  xSo’p.ov^  welche  jedoch  auch  für  unecht  und
für  eine  Übersetzung  des  lateinischen  Werkes  gehalten  wird.  Vgl.  Hildebrand  de
vita  etscriptis  Apuleji.  Hall.  1835  und  Betoland  les  ouvrages  d’Apuleje.  Paris  1835.
8 )  In  dem  Dedicationsschreiben  des  Celtes  an  die  kaiserlichen  Räthe  Fuxmagen  tfhd
Krachenberger  wird  am  Schlüsse  gesagt:  Iterum  valete,  reliquos  Apuleji  libros  de
Platonica  majestate  et  sublimitate  nostramque  de  Phoebo  et  Marte  mythologiam
lecturi.
4 )  Vgl.  Hildebrand  u.  Betoland  a.  a.  0.
            
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