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A s c h b a c h
angeblich verfasste Dichtung aufgefunden haben und sie ediren.
Ovids Fasti, wovon wir nur die sechs ersten Bücher noch besitzen
(wahrscheinlich hatte der Dichter nicht mehr geschrieben *) wollte
er ergänzen durch die sechs folgenden Bücher. Er behauptete, sie
in einem schwäbischen Kloster in der Nähe von Ulm aufgefunden zu
haben 2), und meldete den angeblichen Fund dem bekannten Venetianischen
Buchdrucker Aldus Manutius, seinem humanistischen
Freunde, wohl in der Erwartung, dass ihm dieser eine ansehnliche
Summe für die Überlassung des Codex zum Abdruck anbieten werde.
Celtes hatte dem Manutius die ersten Verse aus der Handschrift,
welche er zu besitzen vorgab, mitgetheilt 3 ): wenn der Venetianer
Buchdrucker auf die Sache einging, so wollte sich der Dichter an
das Werk machen. Manutius aber wünschte, ehe er den Druck übernahm,
den Codex seihst einzusehen, da ihm die Verse verdächtig,
keineswegs ovidisch schienen 4 ). Celtes war durch diesen Ausspruch
des Italieners gewarnt, und erhielt es für rathsam, sich nicht in
einen solchen kühnen Versuch einzulassen, wo der erste Schritt
schon so grossen Verdacht erregt hatte. In Wahrheit wäre Celtes
auch gar nicht einer solchen Unternehmung gewachsen gewesen: es
*) Es unterliegt wohl keinem Zweifel, dass Ovid die libri Fastorum, welche er erst in
seiner späten Lebenszeit begonnen hatte, nicht vollendet hat, da ihm in seinem
Exil an der Küste des schwarzen Meeres dazu die Hilfsmittel fehlten. Die Fasti
sollten Aufschluss geben über die Verbindung der römischen Staatsreligion und
Geschichte mit dem täglichen Leben.
2 ) J. F. Gronovius schrieb dem Nicolaus Heinsius, dass er in Nürnberg eine alte Ausgabe
des Ovidius eingesehen, worin Celtes mit eigener Hand eingeschrieben habe,
dass die sechs letzten libri Fastorum Ovidii an einem Orte bei Ulm aufbewalirt
würden: es seien daselbst auch die zwei ersten Verse aus dem Codex beigefügt.
N. Heinsius schenkte der Sache keinen Glauben: er meint, Celtes könnte wohl von
Jemand mystificirt worden sein. Vgl. Fabric. Bibi, latin. T. V. und Klüpfel vit.
C. Celt. II. 165.
8 ) Tu quoque mutati causas et nomina mensis
A te qui sequitur maxime Caesar habes.
Das Schreiben des Aldus Manutius an Celtes d. d. Venet. 3. Sept. 1501 findet sich
in Cod. epistol. Celt. ep. 6. fol. 133 (auch gedr. bei Renouard annales de l’imprimerie
des Aldes. T. III. p. 275): Rogo te, ut Iibrorum Graecorum, quos apud
Druidas esse scribis, des ad me nomina, eures praeterea accuratissime, ut habeas
Ultimos illps Fastorum lihros. Quamquam ita sum videndi ipsorum eupidus, ut adduci
non possim, ut extare eos credam. Nam versiculis illis duobus de mensi Julio
7ion habpo fidrm, quare velim si quos alios habes ad me mittas.