Roswitha und Conrad Celtes.
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nichts anzugeben wusste, und es klar am Tage lag, dass nur Otto von
Freisingen und sein Fortsetzer Radevicus paraphrasirt waren, so zweifelte
man doch anfänglich nicht, dass er eine echte alte Quelle sei. Erst
Senckenberg im 18. Jahrhundert hegte Zweifel an der Echtheit. Obschon
das Buch schon öfter gedruckt war, wurde es noch im 19. Jahrhundert
im J. 1812 wiederum veröffentlicht. Erst in den letzten Decennien
hat die historische Kritik unwiderlegbar die Fabrikation nachgewiesen.
Jacob Grimm i) meint, „Celtes oder einer seiner Freunde
und Genossen könnte den Ligurinus gedichtet haben, dem mehr der
Ausgang des XV. Jahrhunderts entspricht, als des XII. Keine einzige
Handschrift des Gedichts ist an den Tag gekommen, so wenig, als
des zu Eingang und am Schluss erwähnten Solymarius, worin der
Kreuzzug unter Konrad III. besungen und welcher dem gleichnamigen
Sohn Friedrichs I. gewidmet sein soll.“ Wattenbach 2 ) hält den Ligurinus
für unecht und vermuthlich von Celtes selbst verfasst: und
findet darin ein merkwürdiges Zeichen, wie gut es ihm gelungen,
eine lebendige Anschauung der mittelalterlichen Zustände sich zu erwerben.
Auch mit Schriftstellern des Alterthums beabsichtigte Celtes
einige litterarische Mystificationen, jedoch erkannte er bald, dass
er hier seine Kräfte und Geschicklichkeit überschätzt hatte, und
indem er befürchtete, dass der kühne Betrug nicht unentdeckt
bleiben möchte, stand er von seinem Vorhaben ab.
Die eine dieser beabsichtigten Fälschungen betraf den römischen
Dichter Ovidius, dessen Dichtungen über die Liebe er in seinen
libris Amorum oder Reisebildern glücklich nachgealimt batte.
Auch hatte er sich schon in früherer Zeit lange mit den sechs vorhandenen
libris Fastorum desselben Dichters beschäftigt und er gedachte
sie mit Illustrationen versehen herauszugeben 3 ). Später aber machte
er einen Schritt weiter: er wollte eine von dem römischen Dichter
erudito et diserto Lucanum ipsum effinsisse esseque aemulatum felicissime praedicatur,
cujus Dei dent, ut aliquando opuscula in lucem prodeant.
*) Gedichte auf K. Friedrich I. in den klein. Schrift. III. S. 13.
2 ) Deutschlands Geschichtsquellen. S. 2.
3 ) Kliipfel vit. Celt. II. 147 auf den Brief des J. Tolophus gestützt, sagt Cod. epistol.
Celt. lib. III.: Intelligiinus Celtem Norirnbergae (1493) cum haereret, in eo fuisse,
ut antiquorum deorum prosapiam (Mythologiam) et Fastorum sex libros imaginibus
illustrandos curaret.