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A s e h b a e h
Carmen de primordiis coenobiiGandershemens. gedichtet worden, indem
dieses mit dem Panegyricus einen und denselben Verfasser hat 1 ).
Der Codex, welchen Celtes von einem in der Paläographie
bewanderten Schreiber hatte fertigen lassen 2 ), nach der Schrift des
im St. Emmerans-Kloster zu Regensburg aufgefundenen alten Roswitha'schen
Legendenbuches hat sich bis auf den heutigen Tag erhalten.
Die alte Handschrift, welche den Betrug hätte an den Tag bringen
können, wurde vernichtet und an deren Stelle der neue Codex dem
Kloster zuriickgegeben. Es war diese ganze Sache vermuthlich vermittelt
worden durch drei Freunde des Celtes: durch den Bibliothekar
des St. Emmerans-KIosters Erasmus Australis, unter dessen
Obhut die Schriften des Coenobiums waren, durch den Regensburger
Domherrn Janus Tolophus 3 ), und vorzüglich durch dessen vertrauten
Gehilfen Matthäus Pappenheini, in dessen Händen die alte Roswitha’-sche
Originalhandschrift sich lange befunden hatte. Ungeachtet aller
Vorsicht und Verschwiegenheit der dabei betheiligten Personen, wurde
der wahre Sachverhalt von einem damaligen Gelehrten, der mit Celtes
vielfach verkehrte und sein eigenthümlicbes literarisches Treiben
kennen zu lernen Gelegenheit gehabt hatte, entdeckt: und da derselbe
mit dem gekrönten Dichter in mancherlei Streitgkeiten verwickelt
war, so stand er auf dem Puncte den Betrug zu veröffentlichen.
Ladislaus Suntbeim von Ravensburg, Hofcaplan des Kaiser
Maximilian I., war von diesem beauftragt worden, überall herum zu
reisen, um historische Documente zu sammeln nicht nur für die
Habsburgische Geschichte, sondern auch zur Vervollständigung der
bairischen und sächsischen Chroniken: dabei sollte auch die burgundische,
französische und spanische Geschichte nicht unberücksich-*)
Vgl. oben S. 21, Not. 4.
2 ) Celtes hatte einen Schreiber Namens Johann Rosenberger, von welchem der Codex
der noch ungedruckten Celtesschen griechischen Grammatik geschrieben wurde,
nach den darin am Ende befindlichen Worten: 7E7pap.jjt.Evov &ia p.ov ’lojavvoy
pofjsvßep^cp ircL 1500. Vielleicht ist derselbe identisch mit dem in der Celtesschen
Briefsammlung vorkommenden Kolberger, der bei Celtes in Verwendung
stand. Vgl. Beil. IV. Den Brief des Anonymus an Celtes d. d. Nürnb. 24. Febr.
1493. (Cod. ep. Celt. IR. 6. fol. 20.) In einem andern Briefe des Joh. Codes
(Löffelholz) aus derselben Zeit wird er Kolber genannt: Cod. epist. Celt. fol. 17.
3 ) Vgl. den Brief Sigmunds Opfelbeck’s an Celtes (Cod. epist. Celt. IV. 4. fol. 33.
S. Beil. VII).