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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 56. Band, (Jahrgang 1867)

Roswitha  und  Conrad  Celtes.

37

Noch  wichtiger  ist  die  Stelle  in  einem  andern  Briefe  vom  16.  Aug.  1494,
worin  er  an  Celtes  schreibt,  dass  dessen  Cimb  rische  Barbara  etwas
Tüchtiges  hervorbringen  werde.  Sie  stamme  von  der  Mutter
Nemesis  und  h  ab  e  ihn  (Celtes)  zu  m  Vat  er,  de  r  ges  chickt
und  gewandt  genug  sei  d  i  e  B  elei  digu  ngen  zu  rächen 1 ).
In  einem  dritten  Schreiben  vom  17.  September  1494,  worin  er  über
die  schwere  Arbeit,  welche  ihm  die  übertragene  Cimbrische  Dichtung
gemacht  habe,  klagt,  kündigt  er  deren  Vollendung  an  3 ).
Aber  noch  im  Jahre  1496  schreibt  er  zwei  Briefe  an  Celtes  s)
worin  von  der  Cimbrica  Barbara  in  dunklen  Worten  gesprochen
wird,  aus  denen  aber  doch  soviel  entnommen  werden  kann,  dass  die
vollendete  Cimbrica  Barbara  in  den  Händen  des  Celtes  sich  befindet.
Wenn  darin  von  der  Hochzeit  der  Cimbrica  Barbara,  und  dann  auch
von  ihrer  Scheidung  geredet  wird 4 ),  so  deuten  solche  Ausdrücke  wohl
auf  die  Aufnahme  der  eingelieferten  Dichtungen  in  die  Sammlung
oder  auf  die  Ausschliessung  aus  derselben.
Dass  auch  der  Regensburger  Domherr  und  Forchheimer  Propst
JanusTolophus  (Tolhoph),  einer  der  innigsten  Vertrauten  des  Celtes,
ein  namhafter  Astronom,  grosser  Freund  der  humanistischen  Studien
und  selbst  Dichter 5 )  an  den  Roswitha’schen  Poesien  sich  betheiligte,

Cod.  epis.  Celt.  lib.  IV.  ep.  15.  f.  37.  Credo  ego  nee  dubito  Cymbricam  tuam  Barbaram
  plurimam  eius  commodi  pleni  .  .  aliquid  digne  enixuram.  Nemesi  vero  matre
orta  est,  patrem  te  gcris  (si  recte  sentio)  non  omnino  inertem  ad  ulciscendas  injurias,
  nee  segnem  prorsus  atque  stupidum.  S.  Beil.  V.  b.
2 )  Cod.  epist.  Celt.  lib.  IV.  ep.  4.  fol.  29.  Nimis  grave  pondus  litterarum  tuariim  dorso
imposuisti,  Cimbricam  sc.  sarcinam  jam  omnibus  pensandam  inallem  in  scheda  ipsa
  inclusisse.
s )  Cod.  epistol.  Celt.  VI.  ep.  38  fol.  65.  und  ep.  41.  fol.  67.  Der  letztere  Brief  hat
das  Datum  :  Nürnberg,  fer.  5  post  Jacob.  1496.
4 )  Der  eine  Brief  hat  die  Überschrift:  Ulsenius  Celti  Cimbricae  Barbarac  nuptiis  Interesse: ­
  und  im  Brief  selbst  kommt  vor:  Ego  vero  auctis  rebus  brevi  Cimbricum
divortium  per  cumulatissima  organica  apud  te  celebrare  intendo.  Bacchi  et  Phoebi
non  ignoramus  sacerdotem.  Im  zweiten  Brief  heisst  es:  Hubes  nunc  quod  toto
corde  petisti,  habes  quo  cum  Cymbrica  millam  Barbarum  divideres  .  .  .  Expui  in
diem  politam  illam  Barbaram  quam  rudern  ,  multo  plus  laedere  amatorem  ac
extenuare.
5 )  Trithem.  script.  eccl.  erhebt  ihn  sehr:  er  nennt  ihn  einen  Dichter,  Canonisten,
Astronomen,  Kosmographen  und  einen  maximus  fautor  doctorum  hominuin.  In  der
handschriftlichen  Celtesschen  Briefsammlung  kommen  10  Briefe  von  ihm  vor,  die
meisten  ziemlich  dunkeln  Inhalts.  Wir  erfahren  aus  andern  Briefen  in  dieser  Samin-
            
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