A s c h b a c h
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Dichtungen aucli seine Production über die Agnes aufgenommen
worden ')•
Aus Stellen in mehreren Briefen des Nürnberger Arztes und
humanistischen Dichters 2 ) Theodor ich Ulsen aus Frieslands)
lässt sich dessen Theilnahme an den Roswitha’schen Dichtungen nicht
bezweifeln, obschon es an sicheren Anhaltspuncten fehlt, welche
von denselben durch ihn behandelt worden ist. Wir wissen aus der
Vorrede des Celtes zu seiner Ausgabe der Roswitha’schen Werke,
dass er die sächsische Dichterin Muli er Cymbrica nannte. Celtes
identificirte die Cimbern mit den Sachsen, welche beide germanische
Völker in der cimbrischen Halbinsel oder in Jütland Wohnsitze
gehabt hatten. Weil aber die Sachsen, wie die Deutschen überhaupt,
von den dünkelhaften Italienern Barbaren gescholten wurden,
gab er der Roswitha, der cimbrischen Frau, welche im zehnten
Jahrhundert so hoch über den italienischen Bildung gestanden, in ironischer
Weise den Namen Cimbrica Barbara. Sein Freund Theodorich
Ulsen adoptirte diese Benennungsweise, um das Geheimniss
bezüglich der Roswitha vor denen, die man nicht in dasselbe eingeweiht
hatte, besser zu bewahren. Schon im Jahre 1492 schickt er
von Nürnberg an Celtes nach Ingolstadt ein Schreiben, worin vorkommt:
Ganz deine Cimbrische Barbara, welche sich mit
alten Legenden beständig abzugeben genöthigt ist 4 ).
1 ) Der Brief des Jodoc. Sturnus an Celtes ist datirt: Ex Brunna 22. Aug. 1504. Darin
heisst es: Crede mihi, quod ultra quam dicere queo, me recreat atque delectat
hie Rosuitac codicellus et ob haue praecipuc causam, quod meae singularissimae
clcctacquc sponsae Agnetis in suis rneminit carminibus. Vgl. Beil. X.
2 ) Trithein. script. eccl. nennt ihn einen homo Frisius singularis eruditionis et peritiae
in carmine et oratione. Er gibt dann an, dass er Elegien und Epigramme geschrieben.
Ein Carmen des Theod. Ulsenius an Celtes kommt in dessen Melopoia Nr. 7
vor.
3 ) Er hatte früher in Heidelberg studirt und war, wie aus seinen zahlreichen Briefen
(14) an Celtes im Codex epistolaris Celticus zu ersehen ist, ein vertrauter
Freund des gekrönten Dichters, ein Humorist und grosser Verehrer der Poesie. Im
J. 1501 lebte er am kaiserlichen Hof in Linz und war activ bei der Aufführung des
Lustspieles Ludus Dianae. Er Jebte noch im J. 1507. Über ihn handelt Denis, Garell.
Bibi. S. 560 und Kliipfel II. 147—150. Kaltenbäck a. a. 0. III. S. 90 spricht
von ihm nur kurz.
4 ) Cod. epist. Celt. lib. II. ep. 12. fol. 17. Quod de re tua scribam nihil est, quam
omnino sileas et moreris me. Dabo operam, ut aliquid quod hris sim: tota tua Barbara
Cimbrica inter aniles fabulas cogatur perpetuo versarc. S. Beil. V. u.