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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 56. Band, (Jahrgang 1867)

Roswitha  und  Conrad  Celtes.

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und  II  ar  t  m  a  n  n  von  E  p  t  i  n  g  e  n  1 )  werden  dabei  erwähnt:
der  Schreiber  will  aber  von  der  Sache  nicht  weiter  irgend  etwas
sprechen ä ).
Deutlicher  und  bestimmter  lauten  die  Worte  in  einem  Briefe
des  Jodocus  Sturnus  von  Schmalkaldens),  der  aus  Brünn
22.  August  1S04  an  Celtes  geschrieben  ist.  Sturnus  war  längere
Zeit  in  Italien  und  als  er  zurückgekehrt  war,  fand  er  die  Werke
der  Roswitha  gedruckt.  Er  schrieb  dann  an  Celtes,  dass  es  ihn
ganz  besonders  gefreut  habe,  dass  unter  den  Roswithaschen

*)  Johann  Hartmann  von  Eptingen,  ein  Basler  Humanist,  der  in  Paris  seine  Studien
gemacht  hatte,  zeichnete  sich  als  Dichter  und  Astronom  aus:  er  war  ein  vertrauter
Freund  des  Celtes,  der  ihn  in  einem  Gedichte  besang  (Odar.  lib.  III.  od.  22  ad
Hartmann,  de  Eptingen  seniorem  eccl.  Augustions  Basileensis),  welches  schliesst:
Quapropter  omnis  docta  sodalitas,
Rhenum  rapacem  quae  modo  possidet,
Te  Iaudibus  multis  adornat
Perpetuos  tibi  dans  honores.
Hartmann  starb  1501.  Celtes  verfasste  auf  ihn  ein  Epitaphium.  Epigrammat.
lib.  III.  epigr.  34,  welches  Klüpfel,  vit.  Celtis  I.  p.  154  miltheilt:
Hartmannus  jacet  hac  Eptingus  mole  sepultus
Inter  eanonicos  gloria  summa  viros.
Hospitibus  Claris  hic  semper  amicus  et  hospes
Vixerat  et  largus  munera  multa  dabat.
2)  Die  Stelle  in  dem  Briefe  des  Johann  de  Monte  Argenteo  an  Celtes  (Cod.  epistolar.
Celt.  lib.  IV.  ep.  18  fol.  40,  S.  Beil.  VI.)  lautet  etwas  dunkel:  Vale  igitur  nunc
cum  tua  Rosuitha  et  mei  summique  Mecenatis  nostri  Eartmanni  (sc.  de  Eptingen)
memoriam  ullam  tecum  obmutescat  oblivio.  Sollte  vielleicht  in  dem  auffallenden
summi  Mecenatis  nach  Anweisung  der  Trithemischen  Steganographie  der  Titel
des  Carmen  sancte  Marie  na(tivita)tis  versteckt  sein  ?
3 )  Jodocus  Sturnus  oder  Sturlinus  (auch  Staar  und  Starle  genannt)  war  aus  Schmalkalden ­
  in  Sachsen  gebürtig.  Er  erzog  die  Söhne  des  gelehrten  böhmischen  Herrn
Bohuslaus  von  Hassenstein,  mit  denen  er  Italien  bereiste  (um  1500)  und  führte  daher ­
  auch  die  Benennung  Paedagogus.  Später,  wohl  erst  nach  1504  kehrte  er
nach  Sachsen  zurück,  wo  er  in  Annaberg  und  Leipzig  für  die  Verbreitung  des
Humanismus  wirkte.  (Mencke  de  Graec.  et  latin.  litt,  in  Misnia  restaurat.  §.  11).
Er  schrieb  mehreres  und  gab  auch  Dichtungen  heraus,  von  denen  man  behauptete,
dass  sie  nicht  seine  eigenen  gewesen,  sondern  dass  er  sie  aus  den  nachgelassenen
Papieren  des  Bohuslaus  von  Hassenstein  entnommen  habe.  Über  ihn  ist  zu  vergl.
Schier  de  sodal.  Danub.  fol.  53  (MS.).  Dieser  gibt  nur  weniges;  mehr  Kaltenbäck,
Öst.  Zeitschr.  für  Geschichte  1837.  III.  86  und  Klüpfel  II.  154.

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