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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 56. Band, (Jahrgang 1867)

Beiträge  zu  Aristoteles  Poetik.

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strebenden  Forderungen,  der  Ausdehnung  und  der  Einheitlichkeit,  zu
entsprechen,  hat  Aristoteles  wiederholt  als  das  geeignete  Mittel  die
iTisioioia  bezeichnet:  durch  sie  lässt  sich  die  einheitliche  Darstellung
der  epischen  Dichtung  dehnen  und  erbreiten  (piwwetcu  c.  17.  oia-Xapißdvetv
  c.  23):  sie  sollen  zu  der  in  den  Mittelpunkt  gestellten  pu'a
re  päEig  nicht  fremdartig  stehen,  sondern  verwandter  Natur  sein  (otV.sta),
um  durch  jene  zu  einem  Ganzen  zusammengeschlossen  zu  werden.
Auch  die  Tragödie  bedarf  der  ineiaödia,  aber  dabei  waltet  der  grosse
Unterschied  ob,  dass  iv  rot?  öpäpiaot  :dt  ixeiGodia.  aövro/jt«,  n  $  inonoäa.
  TovzGig  pw-övsrat  (cap.  17).  Auf  diese  Weise  geschieht  es  nun,
dass  die  Episodien,  durch  welche  die  epische  Darstellung  gedehnt
werden  soll,  zu  selbständigen  Theilen  von  selbständiger  Grösse
erwachsen,  die,  auch  wenn  sie  zu  der  einheitlichen  Haupthandlung  in
verwandtem  Verhältniss  stehen,  dennoch  dazu  beitragen  müssen,  die
straffe  Einheitlichkeit  zu  lockern:  diese  Einbusse  an  der  Einheitlichkeit ­
  wird  jedes,  auch  das  vollendetste  Epos,  wie  das  Homerische,  erleiden, ­
  und  im  Punkte  der  pua  jrpäft?  oder  pua  pupwai?  das  Epos
immer  der  Tragödie  nachstellen.  Insoweit  also  finde  ich  den  Aristoteles
mit  sich  im  Einklang,  und  auch  darin  keinen  Widerspruch,  dass  das
Homerische  Epos  (c.  23),  in  welchem  jetzt  ttoä/cc  rotaür«  jj.ipr,  von
selbständiger  Grösse  anerkannt  werden,  gerade  in  diesem  Punkte  dem
kyklischen  Epos  entgegengesetzt  ward,  welches  sich  in  viele  ij.ipr,  zertheile,
  von  denen  jedes  die  dramatische  Handlung  einer  Tragödie  ergehen ­
  solle.  Denn  zwischen  einer  einheitlichen  Haupthandlung,  welche
durch  episodische  Ausführungen  von  selbständiger  Ausdehnung  erbreitet
und  dadurch  zugleich  in  ihrer  Einheitlichkeit  gelockert  ist  (wie  hei
den  Homerischen  Epen),  und  einer  epischen  Darstellung,  in  welcher
mehre  einzelne  Theilhandiungen  nicht  sowohl  durch  das  innerliche
Band  einer  einzigen  Haupthandlung  als  vielmehr  durch  einen  Rahmen
äusserlich  zu  einem  Ganzen  zusammengefügt  werden,  ist  noch  ein
erheblicher  Unterschied,  und  auf  diesen  kam  es  c.  23  a.  E.  an,  während ­
  in  der  hiesigen  Erörterung  von  Unterschieden  der  Epen  unter
sich  abgesehen  werden  konnte,  um  so  mehr,  da  die  geringere  Einheit
des  Epos  gegenüber  der  Tragödie  auch  an  den  bestcomponirten
Homerischen  Epen  sieh  aufzeigen  liess.
Aristoteles  fasst  die  bisher  aufgestellten  Vorzüge  der  Tragödie
vor  dem  Epos  noch  einmal  zusammen,  um  noch  einen  weiteren  daran
            
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