Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 56. Band, (Jahrgang 1867)

398

V  a  h  1  e  n

Epos  gemein  habe,  auch  der  seiner  Natur  nach  dem  Epos  eigenthümliche
  Hexameter  von  dem  Gebrauch  der  Tragödie  nicht  absolut  ausgeschlossen ­
  sei.
Nicht  minder  bedenklich  als  diese  Behauptung  ist  der  Zusatz,
mit  welchem  Aristoteles  das  Gewicht  und  die  Bedeutung  der  beiden
Theile  hervorhebt,  welche  die  Tragödie  vor  dem  Epos  voraus  hat:
di  f)$  cd  rioovai  avviazavzai  ivapyeazaza.  .Für  den  Ausdruck  weiss
ich  keinen  Beleg:  der  Gedanke  aber  kann  nur  der  sein,  dass  das
Vergnügen,  welches  die  Tragödie  gewährt,  am  wirksamsten  und
augenfälligsten  erzeugt  und  gesteigert  werde  durch  jene  beiden
Theile,  welche  dem  Epos  fehlen.  So  gefasst  erkennt  man  wohl,  in  wiefern ­
  die  Bemerkung  der  hiesigen  Absicht  des  Aristoteles  dienlich  war.
Was  nun  die  [xovGixr/  anlangt  (und  diese  Bezeichnung  ist  hier  mehr
am  Platz  als  ptkcnoda,  weil  an  die  musikalische  Aufführung  gedacht
ist,  während  peloKoiia  mehr  an  die  musikalische  Composition  denken
lässt)  ,  so  war  c.  6  die  ptlonoua  als  das  p.£yiazov  rd>v  ■ridvap.dzuv
bezeichnet  und  Politik  VIII  S,  1339  b  20  heisst  es  zrjv  di  p.cuGixr,v
-ävzcg  slval  tpapsv  rcöv  ridiazow  xai  ipdriv  adaav  xai  p.£zä  ixiltpdiag
und  in  dem  dortigen  Zusammenhänge  ähnliches  wiederholt.  Vgl.  Probl.
920  b  29.  In  wiefern  also  der  musikalische  Theil  der  tragischen  Aufführung ­
  als  ein  besonders  wirksames  Mittel  der  rjdoval  bezeichnet
wird,  begreift  sich  leicht,  und  wenn  der  Satz  m  f,g  cd  -ndcvai  —
sich  unmittelbar  an  zr t v  pcvcixr/v  anschlösse,  so  wäre  von  dieser
Seite  wenigstens  keine  Schwierigkeit  vorhanden.  Aber  über  das  zwischengestellte ­
  y.cd  zag  ö'-psig  hinweg  den  Relativsatz  ot’  -hg  —  an  zr,v
p.ovaixrjv  anzuschliessen,  scheint  grammatisch  unthunlich,  und  um  diese
Verbindung  zu  ermöglichen,  xai  zag  öipeig  hinter  den  Relativsatz  zu
stellen,  darum  nicht  räthlich,  weil  ja,  was  von  der  p.ovaixvi  gilt,  mit
gleichem  Rechte  und  ganz  ebenso  im  Aristotelischen  Sinne  von  der
dtpig  (oder  den  fysig)  gilt,  die  Cap.  6  extr.  als  ein  tpv^ayajyixov  bezeichnet, ­
  und  deren  Bedeutung  für  die  dramatische  Aufführung  auch
sonst  (z.  B.  c.  14  in.)  hervorgehoben  wird:  daher  es  denn  auch
gewagt  ist,  um  die  Anknüpfung  des  Relativsatzes  zu  ermöglichen  xai
zag  ö'-psig  gänzlich  zu  tilgen,  dies  um  so  mehr,  da  es  ja  die  ausgesprochene ­
  Absicht  des  Aristoteles  ist,  alles,  was  irgend  den  Vorzug
der  Tragödie  vordem  Epos  begründen  kann,  geltend  zu  machen:
und  wenn  er  in  dem  ersten  Abschnitt  seiner  Entgegnung  betonte,
dass  die  Tragödie  die  scenische  Aufführung  auch  entbehren  könne,
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.