Beiträge zu Aristoteles Poetik.
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gische Kunst fopriy.-'r, (d. h. plump und auf ein niedriges Publicum
berechnet) ist, was vom Epos nicht gelten kann, so wird sie offenbar
die schlechtere sein.
Dies wird, wie ich denke, die Gedankenentwicklung des Aristoteles
sein, und die Periode, in der sie ausgeführt, wird, trotz der
mehrfach eingelegten selbständigen Sätze, dennoch als ein Ganzes
angesehen werden müssen. Es ist nicht schwer, mit Weglassung der
Detailausführung, den ganzen Gedanken in die Form einer strafferen
Schlussfolge zu bringen: wenn die weniger plumpe Nachahmung
besser, weniger plump aber die für ein gebildeteres Publicum bestimmte
ist, die aber, welche alles nachahmend darstellt, offenbar
sehr plump und demnach für ein ungebildetes Publicum bestimmt ist,
— wenn nun die Tragödie von dieser Art ist, dass sie alles schauspielerisch
darstellt und sich zum Epos verhält, wie übertreibende
Schauspieler zu masshaltenden Künstlern, das Epos also für gebildete
Hörer bestimmt ist, welche der schauspielerischen Aufführung nicht
bedürfen, die Tragödie dagegen für ungebildete, so ergibt sich, wenn
hiernach die Tragödie plump ist, dass sie die schlechtere von beiden
Künsten sein wird 9 ).
Gegen diese so motivirte Auffassung derjenigen, welche dem
Epos den Vorrang vindicirten, wendet Aristoteles im Folgenden seine
Widerlegung: npürov piv ov rfig n-ötrjruyj? r t ■/.c/.Tri n /6pia —. Erstlieh
ist das keine Anklage der tragischen Dichtung, sondern der tragischen
Schauspielkunst: denn (inü) 1. kann der rhapsodische Vortrag der
epischen Dichtung (wie auch melischer Vortrag) sich desselben
Fehlers, nämlich des Übermasses in gesticulirender Darstellung
(Tupispydtsa^ai rotg ortp.sioig'), schuldig machen. Es ist also gar kein
Fehler, welcher der tragischen Dichtung als ein der Gattung speciliseher
angehörte, und das Urtheil über die tragische Dichtung als
solche bleibt dabei unberührt.
2. (scra) darf man auch nicht jegliche Art von Körperbewegung
(xivr,aig, welche die schauspielerische Action einschliesst) verwerfen,
sonst müsste man ja auch den Tanz (öp^rjai?) verwerfen: sondern
verwerflich und tadelnswerth ist nur die schlechte und übertriebene
Körperbewegung bei der schauspielerischen Darstellung, und diese,
die kein Vertheidiger des Vorrangs der Tragödie in Schutz nehmen
wird, kann doch keinen gegründeten Tadel gegen die tragische Kunst
als solche abgeben.
Sitzb. d. phil.-hist. CI. LVI. Bd. II. Ht’t.
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