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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 56. Band, (Jahrgang 1867)

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V  a  h  1  e  n

Am  Schluss  der  Poetik  d.  h.  am  Schluss  des  uns  erhaltenen
Theiles  derselben  (Cap.  26)  kommt  Aristoteles  auf  die,  wie  es  scheint,
im  Alterthum  vielfach  discutirte  Frage,  oh  das  Epos  der  Tragödie
oder  diese  jenem  als  Kunstgattung  überlegen  sei.  Nachdem  diese
beiden  Dichtarten  im  Bisherigen  im  Einzelnen  theoretisch  behandelt
sind,  werden  jetzt  die  in  der  Einzeluntersuchung  aufgestellten  Grundsätze ­
  zur  Erledigung  dieser  Contro  verse  noch  einmal  ins  Feld  geführt.
Zweckmässig  aber  schliesst  sich  dieser  Abschnitt  an  die  zunächst
voraufgegangenen,  auch  nur  Epos  und  Tragödie  inBetracht  ziehenden
xpoßXnp.cczcc  -/.cd  Ivasig  an,  da  es  sich  ja  auch  hier  um  ein  npößlrip.a
oder  ixiziprip.a  handelt,  zwar  nicht  gegen  einzelne  Seiten  und  Theile
der  Dichtung,  sondern  gegen  eine  Dichtart  als  Ganzes.
Aristoteles  geht  von  der  Ansicht  der  Gegner  aus,  die  er  bekämpft: ­
  er  legt  die  Gründe  dar,  mit  welchen  man  den  Vorzug  des
Epos  vor  der  Tragödie  zu  erweisen  sucht.  Diese  concentriren  sich  in
dem  einen  Gesichtspunkt,  dass  das  Epos  sich  an  ein  gebildetes,  die
Tragödie  an  ein  minder  gebildetes  Publicum  wende.  Die  Motivirung
dieses  Gesichtspunktes  nach  Ansicht  der  Gegner  wird  in  einer  langen, ­
  durch  wiederholte  selbständige  Ausführungen  unterbrochenen,
schliesslich  aber  doch  zum  Anfang  richtig  zurückkehrenden  Periode
dargelegt:  st  yäprj  rjzzov  ipopzixri  ßsAriwv,  zoiavzr)  d’  Yj  xpdg  ßelziovg
S’sazdg  ioziv  äst,  Atav  (ds)  d'öAov  ort  v?  äxavza.  ptp.oup.svvj  <popzixr/•
dig  ydp  ovx  alaSa.vop.ivow,  äv  \j:'o  ccözög  xpoaSrj,  xoXXrjv  xivyoiv
x’.vovvzai  ofov  oi  jtaöAot  adAvjrat  xvhopsvoi,  äv  dcaxov  dsp  pipsloSap
xat  sAxovrs?  röv  xopuipatov,  äv  SxuAAav  aüAwertv  v?  piv  ovv  zpayoioia
zotccOzyj  ioziv,  01g  xcd  oi  xpözspov  zovg  öozipovg  ccuzoöv  ceovro  vxoxpizdg-wg\iavydp
  öxspßdXXovzcc,  xiSyjxov  6MvvviaxogzövKal\ixxiSriV
SxäAst,  zoiaiizT/  ds  do£a  xcd  xspi  Hivdccpov  fiv  üg  d'ourot  iyovai
xpög  aüzoiig,  ri  o'A'o  ziyyr,  xpdg  zrjv  ixoxociav  sysr  zyiv  p.iv  o t jv  xpdg
Ssazdg  ixisixeTg  paoiv  sivai,  (ot)  ovdsv  diovzai  zütv  oyypdzoiv,  zr/v  os
zpayixrjv  xpög  yauAovg-  st  ouv  tpopzixri  ydpwv  ovjAov  ort  äv  siV;.
Die  zu  lösende  Frage  ist,  ob  die  epische  oder  die  tragische  Dichtung ­
  (ptpvj<jts-)die  vorzüglichere  sei.  Wenn  die  weniger  plumpe
Nachahmung  die  bessere  ist,  minder  plump  aber  (denn  zoiavzri  nimmt
das  rjzzov  fopzixr,  wieder  auf)  diejenige  ist,  welche  sich  an  ein  besseres ­
  (gebildeteres)  Publicum  wendet,  die  dagegen,  welche  alles  in
schauspielerischer  Action  nachahmend  darstellt,  offenbar  in  hohem
Grade  plump  (und  also  für  ein  wenig  gebildetes  Publicum  berechnet)
            
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