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A s c h b a c h
Haupttheilnehmer bei ihrer Niederschreibung gewesen und für das
Ganze seine redigirende und bessernde Hand ausgeholfen hat. Ohne
Zweifel rühren auch von ihm die Ueberschriften, die Vorreden und
Argumenta her '). Einige Stücke bieten derartige Eigenthümlichkeiten,
dass dieselben keinem Humanisten jener Zeit mit mehr Grund zugeschrieben
werden könnten als unserem gekrönten Dichter. Er besass
ein ausgezeichnetes Talent, antike und mittelalterliche Versmasse
meisterhaft nachzuahmen und sich die Ausdrücke und Wendungen
der lateinischen Sprache in den verschiedenen Jahrhunderten mit
Geschick anzueignen; er hatte eine grosse Belesenheit in den römischen
Schriftstellern, besonders Dichtern und war durch seine früheren
theologischen Studien in Köln auch mit den bedeutenderen kirchlichen
Scriptoren bekannt geworden: es fehlten ihm nicht die Kenntnisse
in der griechischen Sprache, in der Mathematik, Astronomie,
Scholastik und platonischen Philosophie. Daher ist zu vermuthen,
dass die Legende des heil. Gongolf, welche sowohl hinsichtlich der
Form in leoninischen Distichen, als auch bezüglich des poetischen
Gehaltes, das ausgezeichnetste Stück ist, vonCeltes herrührt, und dass
von ihm weiter die beiden Comödien Abraham und Paphnutius, vielleicht
auch das Schauspiel Sapientia, geschrieben wurden, indem in diesen
Stücken sich der Mathematiker und Astronom, der Scholastiker und
Neuplatoniker zu erkennen gibt. Auch spricht für diese Annahme der
Umstand, dass Celtes sich vielfach mit Seneca, Terenz und Plautus
beschäftigte, von welchen Dichtern manche Anklänge Vorkommen, und
*) Wichtig’ ist eine Stelle in ries Celtes Odar. üb. III. od. 27 ad Theodoricum Gresmundum
Cattum, hospitem suum Moguntinum:
Cum virus rapuit lethiferum Ursulam,
Quae me blanda suis torserat ignibus
Et me vafra coegit
Versus scribere lubricos.
Castis carminibus sum modo deditüs
Charis nostra.fercns dona sodalibus etc.
Der Tod seiner Freundin Ursula fallt ins J. 1491, als Celtes das dritte Buch seiner
libri Amorum, welches Ursula betitelt ist, schrieb: er wandte sich dann der
frommen Legendendichtung der RosAvitha zu. Wenn er auch mitunter ernste
Oden dichtete, so können diese doch nicht passend casta carmina genannt
werden. Johann Trithemius nennt so die Roswitha’schen Dichtungen wegen ihrer
Tendenz. Er sagt: ad virgines sacratas castitatem et continentiam hortando conscripsit
etc.