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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 56. Band, (Jahrgang 1867)

Beiträge  zu  Aristoteles  Poetik.

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gegen  die  Kunst  als  solche  erwähnt,  der  in  dem  Zweck  der  Dichtung,
der  ay.Klri^ig,  seine  Rechtfertigung  finden  könne.  Dagegen  sind  die
hiesigen  Rückführungen  beide  (1460  b  33  fg.)  als  Gegensätze  gegen
den  Vorwurf  des  tir/  dl^Sig  geltend  gemacht  worden,  indem  man
gegen  letzteren  entweder  auf  das  of«  dsT  (=  ßsXuov)  oder  auf  das
of«  tpcx'ji  xcd  doxü  (=  öö£a)  sich  berufen  könne.  Man  ist  geneigt,
die  hiesige  Aufstellung  mit  jener  zu  identificiren,  obwohl  das  äoüvarov
mit  dem  p.v)  dl-oSig  sich  nicht  vollkommen  deckt.  Das,  was  ein  aöuvarov
  ist,  kann  ein  alriSig  nicht  sein  noch  gewesen  sein,  was  dagegen ­
  [J.rj  dlr t S£g,  kann  darum  doch  ein  ouvaröv  sein  (cf.  Cap.  9)
Allerdings  hat  Aristoteles  (vgl.  Ronitz  Metaphys.  S.  236)  das  ouvaröv,
wie  es  scheint,  auch  mit  dem  imdpxov  identificirt,  und  so  möchten
auch  [xrj  d’jvaräv  (ccdövarov)  und  p.vj  dfoiSsg  sich  in  seiner  Vorstellung ­
  vermischen.  Dennoch  wage  ich  es  mit  Zuversicht  nicht  zu  behaupten, ­
  sondern  glaube  für  die  Dichtkunst  die  Scheidung  beider
Begriffe  festhalten  zu  können.  Der  Vorwurf,  die  Darstellung  des
Dichters  sei  p.r<  dir,Sag,  ist  im  Grunde  ein  unberechtigter,  da  (wie
Cap.  9  lehrt  und  durch  die  ganze  Theorie  des  Aristoteles  sich  hindurchzieht) ­
  die  Dichtung  nicht  daran  gebunden  ist,  r«  yevofxsva  darzustellen, ­
  wohl  aber  daran  darzustellen  olcc  dv  ysvoiro  y.ard  rö  eiy.dg  xcd
dvayxacov.  Wenn  also  geltend  gemacht  wird,  nicht  blos  die  Darstellung ­
  der  Dichtung  sei  der  Wahrheit  und  Wirklichkeit  nicht  entsprechend ­
  (p.Y)  dir/Sag),  sondern  auch  sie  widerstrebe  der  Möglichkeit
und  Wahrscheinlichkeit  (dmvarov),  dann  erst  ist  ein  berechtigter  Vorwurf ­
  gegeben;  aber  auch  diesem  Vorwurf  kann  man  in  den  bezeichneten
  beiden  Wegen  begegnen.  Wenn  das  dovvarov  in  der  Dichtung
zugleich  ein  mSavöv  ist,  so  ist  der  Dichter  seiner  Aufgabe  um  so  viel
näher  gekommen,  als  wenn  er  ein  dvvaräv  aber  drtiSavov  dargestellt
hätte  (vgl.  1431  b  16);  was  bei  verstandesmässiger  Erwägung  als  ein
ccdüvarov  sich  darstellt  und  dennoch  mSavöv  ist,  das  muss  durch  die
innere  Wahrheit  (da  ihm  die  äussere  nothwendig  gebricht)  seine
Wirkung  thun  und  der  Dichter  hat  der  Forderung  der  Illusion  die
vollste  Rechnung  getragen.  Ebenso  wenn  der  Dichter,  um  Ideale  zu
schaffen,  die  Grenzen  der  Wirklichkeit  und  Möglichkeit  überschreitet
und  so  dovvaru  erzeugt,  so  hat  er  damit  gleichfalls  einer  anderen
Forderung  der  Kunst  entsprochen,  die  nicht  die  Wirklichkeit,  sondern
die  nothwendig  über  das  *Mass  der  Wirklichkeit  hinausschreitende
Idealität  verlangt.  Man  erkennt  deutlich,  wie  es  sich  hier  um  ein

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