Beiträge zu Aristoteles Poetik. 377
den Weg, auf dem eine Erledigung zu gewinnen sei, nämlich durch
Prüfung des TZOGcryüg ivdiysrou.
Also man muss, wo ein Widerspruch in einem Worte vorzuliegen
scheint, das noGCiy&g der Auflassung prüfen, oder die Sache
nehmen, wie sie am ehesten Jemand verstehen möchte, ganz entgegengesetzt
als wie Glaukon sagt, dass manche ihre eigenmächtigen
Voraussetzungen sofort zum Tadel des Dichters kehren: wöt r; djg
puzAtor’ äv Ttg unol«|3ot, xarä rrjv xcirccvnxp-j r t djg rAaöxuiv As^st,
Sri lina. äAoywg npovnolaiJ.ßävo'JGi xai aöroi xaTCi\pr/tptGct[xevoi auA-Aoyi£ovrat
xai dig etprixorog, 5 rt doxsi, imn[j.d)Giv, av ÖTtevavriev p rri
avTüv oit/get. Im engsten Anschluss an das von ihm empfohlene
Verfahren des KOGayßg Ivdiyjrca (dsi imaxoneXv noacryüg —) charakterisirt
Aristoteles im Folgenden , unter Berufung auf einen nicht
näher zu bestimmenden Glaukon, die schnurstracks entgegengesetzte
Methode mancher Homererklärer: sie nehmen einiges grundlos (ohne
Prüfung) im voraus an, und dieses seihst auf eigene Hand bekräftigend
(a-Jrot xaraipr/tpiadixEvoi), ziehen sie sofort Schlüsse aus ihren
eigenmächtigen Entscheidungen, und als ob er (der Dichter) das
gesagt hätte, was ihnen scheint, tadeln sie ihn, wenn sich nun etwas
ihrer Voraussetzung und Meinung Widersprechendes findet, statt
diese ihre Voraussetzung selbst erst am Dichter durch Erwägung der
verschiedenen Möglichkeiten der Auflassung zu prüfen und zu berichtigen,
wodurch dann auch der Anlass entfiele, den Dichter eines
Widerspruchs zu zeihen. Aristoteles erläutert noch die Sache durch
ein Beispiel: in festem Anschluss nämlich an das vorige fährt er fort
toöto di TciTrovSe rd 7rspt ’Ixdpiov —. So war es der Fall mit dem
Ikarios: man ging von der Voraussetzung aus (otovrat), er sei ein
Lakedaimonier; bei dieser Annahme aber musste es dann freilich ungeschickt
(äröTiov) erscheinen, dass Telemachos, als er nach Sparta
ging, mit Ikarios, seinem Grossvater, gar nicht zusammentrifft. Allein,
sagt Aristoteles, jener Annahme, Ikarios sei aus Lakedaimon, steht
eine andere Möglichkeit gegenüber, durch welche jenes ÜTonov sich
erledigen würde. Die Kephallenen nämlich sagen, Odysseus habe
sich bei ihnen seine Frau geholt, und ihr Vater heisse nicht Ikarios,
sondern Ikadios. Doch, fügt er hinzu, wegen des Fehlers (d ’
äpccpr/ip.a), nämlich in der Schreibung des Namens Ikarios für
Ikadios, habe jenes ~p6ß~hrip.a über Telemachos Beise nach Sparta
Wahrscheinlichkeit. Aristoteles entscheidet nicht, sondern setzt nur