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Asch h a c h
hatte Celtes das Roswitha'sche Legendenbuch schon lange in Händen
gehabt und es waren die neuen Dichtungen mit alterthümlichen
Schriftzeichen in einen Pergamentcodex von kunstfertiger Hand
zusammengestellt worden. Dieser Codex war an die Stelle des vom
Kloster erhaltenen Manuscriptes später zurückzuerstatten: von Erasmus
Australis war kein Widerspruch gegen den Wechsel zu befürchten
!). Endlich um jede Aufdeckung des gelehrten Betrugs zu verhindern,
musste das ursprüngliche Roswitha’sche Legendenhuch vernichtet
werden 2).
Con. Celti poetae ad usiim et utilitatem suam accomodasse librum quendam, in
quo continetur metriee et prosaice editio cujusdam monialis, quem ipse proprio
Cyrograplio nobis promisit, [Kliipf. & Barack fügen bei: se redditurum] postea quam
usus fuerit [K. und B. et] Norimbergae provido yiro civi ibidem Friilerico videl.
[fehlt bei K. und B.] Rosenritter praesentare [K. und B. praesentavit.]. In hujus
rei testimonium hanc chartam ego praedictus prior sigillo prioratus conmunivi.
Dat. Ratisponae in nostro coenobio quinta feria ante festum Purificationis Virginis
Mariae anno salutis 94.
1 ) Der Codex ist nach Aufhebung des Regensburger Set. Emmeransklosters nach
München in die Hofbibliothek gekommen, wo er noch gegenwärtig E CVIII (Cod.
14485) aufbewahrt wird. Barack (Vorrede S. LVI) meint, Celtes habe keine Abschrift
von dem alten Codex genommen, sondern ihn selbst, mit seinen Correcturen,
Rasuren und Randbemerkungen versehen, in die Druckerei gegeben : durch
dieses Verfahren, namentlich durch die vielen Radirungen, die zum nicht geringen
Theil von des Celtes Hand herrühren und auch durch die Einlage noch frisch von
der Presse kommender Correcturbögen hat der Codex nicht wenig gelitten. Auf
Blatt 76 und 79 ist so eine Anzahl Zeilen des Celtesschen Textes abgedruckt.
Vgl. Ruland, Serapeum 1857. Nr. 2, w r o eine Beschreibung des Codex geliefert ist.
Die alterthümliche Schrift liefert keinen vollständigen Beweis für die Echtheit des
Alters der Handschrift. Man weiss, mit welcher Virtuosität angeblich alte Urkunden
im Mittelalter vielfach gefälscht worden sind. Der Codex der Roswitha besteht aus
150 Blättern ausgesuchten Pergaments in grosser Quartform, in der-charakteristischen
Schrift des XI. Jahrh. — Betrachtet man die Nettigkeit der Schrift,
bemerkt Ruland a. a. 0., so lässt sich kaum begreifen, w r ie Celtes solche als eine
litera ferme gothica bezeichnen konnte. — Es kommen in dem Codex einige Absonderlichkeiten
vor, welche wie Anderes noch wohl von einem Paläographen näher
zu untersuchen wären. Auch die Compendia vocum müssten dabei besonders
berücksichtigt werden.
2 ) Matthäus Pappenheim in einem Brief an Celtes (Cod. epist. Celt. lib. XIII. ep. 3 fol.
148. d. d. 29. Sept. 1503) spricht von der Vernichtung einer Handschrift, bei
welcher Sache auch der Sponheimer Abt Trithemius in das Geheimniss gezogen
war: Vobis dudum significare volui, sc. tradidi oblivioni secretum Mud, quod insignis
Pater abbas Trittemius vobis bona fide insinuavit.