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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 56. Band, (Jahrgang 1867)

Beiträge  zu  Aristoteles  Poetik.

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aus  den  Scholien  zum  Homer  entnehmen,  das  geläufigste  und  gebräuchlichste ­
  Mittel  war,  npoß),r 1 [j.aTa  über  Dichterstellen  zu  lösen.
Die  einzelnen  ^/Ttrcpvjpara  seihst,  welche  im  bisherigen  speziell  genannt ­
  waren,  werden  mit  einer  einzigen  Ausnahme  im  Folgenden  hei
den  verschiedenen  durch  Prüfung  der  Xi^ig  zu  erzielenden  Lösungen
nicht  namhaft  gemacht;  sie  gehen  aber  im  Allgemeinen  die  vnzvavri.cc
  oder  Widersprüche  an,  d.  h.  in  der  später  zu  erörternden  doppelten ­
  Beziehung  des  öjrsvavri'ov,  entweder  Widersprüche  gegen  das,
was  der  Dichter  selbst  sagt,  oder  gegen  das  was  als  stillschweigende
Voraussetzung,  die  jeder  Verständige  macht,  zu  gelten  hat.  Aristoteles ­
  ordnet  die  Beispiele  nach  den  verschiedenen  Formen  der  li£ig,
welche  für  Lösungen  in  Anwendung  kommen  können,  und  scheint
bei  diesem  Gesichtspunkt  überhaupt  mehr  die  Art  der  Lösung  als  die
Art  des  iiuTip.r/\j.a  oder  n-pößJ.Yjpa  im  Auge  zu  behalten.
Zunächst  also  kommen  Glossen  und  Metaphern  in  Betracht,
welche  auch  Eingangs  als  Hauptformen  im  Unterschied  der  xvpicc
\it£ig  genannt  waren.
1.  Lösung  durch  Annahme  einer  Glosse,  wofür  drei  Beispiele
aus  Homer  angeführt  werden.  Erstlich  Bias  I  SO  oüpf/ag  piv  npOirov.
  Man  erkennt  aus  den  Scholien  z.  d.  St.,  dass  man  das
rep6ßlrip.a  aufgestellt,  Avie  es  komme,  dass  Apollons  Pfeile  statt  die
Menschen  zuerst  die  Maulthiere  und  Hunde  treffen,  und  dass  man
diesen  auffälligen  oder  unpassenden  Umstand  in  der  Erzählung  des
Dichters  in  verschiedenen  Erklärungsversuchen  aufzuklären  bemüht
war.  Die  von  Aristoteles  als  mögliche  Erklärung  angedeutete
Lösung,  dass  otipf,ag  nicht  nach  dem  gewöhnlichen  Sinne  die  Maulthiere ­
  sondern  als  veraltetes  Wort  (yAwtra)  die  Wächter  bedeute
(wofür  man  den  von  alten  Kritikern  mit  der  Athetese  belegten  Vers
Ilias  X  84  anführen  konnte),  wird  in  den  Scholien  ohne  Aristoteles
Namen  angeführt,  aber  zugleich  als  nicht  stichhaltig  aus  dem  Umstande- ­
  abgewiesen,  dass  der  Gegensatz  adrot<f?¥  V.  31  die  vorangegangene ­
  Erwähnung  der  Thiere  voraussetze.
Das  zweite  Beispiel  ist  aus  Ilias  X  316  entlehnt,  wo  Dolon,  der
allein  sich  anbietet,  den  Auftrag  Hektors,  sich  als  Kundschafter  zu
den  Schiffen  der  Griechen  zu  schleichen,  auszuführen,  so  bezeichnet
wird  Sg  dr<  toi  sloog  p.iv  er,v  v.ay.tg  (aXKa  mdcHtxrjg).  Der  (in  den
Scholien  nicht  berührte)  Anstoss  lag  wohl  darin,  dass  man  neben  der
Sclmellfüssigkeit  einen  ebenmässigen  Körperbau  voraussetzen  zu  mii:>
Sitzb.  d.  pliil.-bist.  CI.  LVI.  Bd.  III.  Hfl.  24
            
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