362
Y a li 1 e n
sie der Sittlichkeit entsprechend oder widersprechend sei (gtzovoixiov
tpotv'Xov = xaAöv r, per; xaAöv). sondern auch den Handelnden oder
Redenden selbst ins Auge lassen und prüfen, im Verhältniss zu wem
(~pög ov) oder wann und unter welchen Umständen (6'rs) oder in (
der Absicht für wen (orte) und zu welchem Zwecke (ou svsxev) die
in Frage stehende Handlung oder Rede gethan oder gesprochen ist.
Wenn ich recht verstehe, gehören die beiden letzten Restimmungen,
ozu> und ou svsxev aufs engste zusammen und erfüllen erst so den vollen
Zweckhegriff, wie ihn Aristoteles zu sondern ptlegt. Wie nämlich
nach des Themistios Erklärung (zu de ariim. 11 4. 41S b 2 p. 92, 9 Sp.
Bonitz Comm. z. Metaph- 499) hei der lazpixr) unterschieden wird
zä ou e'vexa d. i. vyuia und zo tu d. i. ro> xd/j.vovzi, so lässt sich diese
Doppelbeziehung hei Beurtheilung jeglicher Handlung anwenden;
und in diesem Falle würde von öY<p das vorangestellte, lediglich das
Verhältniss ausdrückende npög ov hinreichend verschieden sein, um
daneben einen Platz einzunehmen. An die letzte Bestimmung ou svsxev
knüpft sich noch die Erläuterung, entweder um ein grösseres Gut
zu bewirken oder ein grösseres Übel zu verhüten: wobei daran zu
erinnern, dass dem Aristoteles auch die Af/ipig dyaSov und die a/roßoXrj
y.ay.oü sowie die Xrjipig p.ei£ovog dyüSoO dvz’ iAdzzovog und
sAdzzovog xaxou dvzi p.eitovog zu den dyaSd zählen (Rhetor. I 6,
1362 a 3S. I 10, 1369 h 24). Die Beurtheilung also einer Handlung,
bei welcher das xaAöv in Frage gestellt ist, wird anders
ausfallen müssen, wenn sie in jenem Sinne ein dyaSöv zum Zwecke
hat als ohne diese Rücksicht. Die Relativität der Beurtheilung, welche
hier geltend gemacht wird, ist auch in der Nikom. Ethik III 1
der Massstab, wo es, um eins aus jener Erörterung herauszuheben,
unter anderem heisst, (1110 a 19) ini zeug izpd^eoi di zcäg zoioiüzoug
ivioze y.cd iKcuvoüvzca, ozav u.iayjpGv n 77 ’Xunr J päv Ciizo[AevoJGiv
dvzi [xeydAo>v xod xaAcüv äv d’ dvdr.akiv, ipiyovzca, und hierher
lässt sich auch noch Politik VII 13, 1332 a 10—18 ziehen 5 ).
III) Andere Fragen und Einwürfe muss man durch Betrachtung
des sprachlichen Ausdrucks aufs Reine bringen; hier also findet die
in den allgemeinen tidr, als das Medium der Dichtung hingestellte
Xsftj, welche seihst wieder verschiedene Formen des sprachlichen
Ausdrucks in sich begreift, ihre Anwendung. Für diesen Gesichtspunkt
wird eine grössere Fülle von Beispielen zusammengeordnet,
vermuthlicli weil die Deutung des sprachlichen Ausdrucks, wie wir