Beiträge zu Aristoteles Poetik.
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sich vielfach berühren und gelegentlich unterschiedslos gebraucht
werden können. Jedes Unmögliche (ärjüvarov) ist seiner Natur nach
ein Unglaubhaftes (äXoyov), aber nicht jedes Unglaubhafte und Unwahrscheinliche
(äÄoyov) braucht ein Unmögliches (döuvarov) zu
sein, und diesem Unterschiede steht begreiflich nicht im Wege, dass
der Dichter ein ädvvazov so behandeln kann, dass es glaubhaft (m-■S-ctvöv)
wird und aufhört ein aXoyöv zu sein, sowie er auch ein aAoyov
so verwenden kann, dass es ein söXoyov wird. Es kann daher
nicht auffällig erscheinen, dass die Verfolgung Hektors an der einen
Stelle als Beispiel für das äAoyov, an der anderen als solches für das
doiivazov geltend gemacht wird, dies um so weniger, da an der hiesigen
auf dem Fehler, wofern er nur gegen die Dichtkunst selbst
(npog avriiv zrjv t£^vy?v) verstösst, der Nachdruck nicht liegt, sondern
darauf, dass ein gegen die Dichtkunst begangener Fehler, sei
es nun ämvazov oder äloyov oder was sonst, durch die Forderungen
des Zweckes der Dichtung gerechtfertigt werden kann. Gegen die
Dichtkunst aber verstossen beide, das ädvvazov wie das äÄoyov, da
nach Cap. 9 des Dichters Aufgabe ist darzustellen da av yivoizo
oder da av dxdg ytviaSai y.al dvvazd yevia-3'uc, womit ja auch die
im Eingang des hiesigen Abschnittes aufgestellten Darstellungsobjecte
übereinstimmen: denn was war oder ist, muss ein Mögliches sein,
(vgl. c. 9, 1431 b 17), und was die Menschen sagen und ihnen
scheint, ist gemeinhin das Wirkliche oder Wahrscheinliche (r, ydp
zd ovza 77 zd si’aöra ’jnroAap.j3ävoij<t£V Rhetor. II 23, 1400 a 7) und
endlich das dritte, wie die Dinge sein sollten (d.a öa), muss im Bereich
des Möglichen und Denkbaren bleiben.
Nun aber ist die Rechtfertigung eines dieserart gegen die
Dichtkunst verstossenden Fehlers durch den Zweck jener nur dann
genügend und gelungen, wenn letzterer in anderer Weise nicht erreichbar
und eine innere Nöthigung, auf die Aristoteles auch später
zurückkommt, vorhanden war. Konnte dagegen jener Zweck, in höherem
oder geringerem Grade (r ; p.ä/Uov ?, r,rrov), auch entsprechend
der Kunstregel hierüber erreicht werden (xai y.azd zr,v nepi rourwv
zdyyr/v), so ist es nicht richtig, dass der Fehler begangen worden
(f^apzocäai oöx opSüc): denn wenn es möglich ist, soll überhaupt
gar kein Fehler gemacht werden. Also die durch das xoiivazov oder
öcAoyov vermittelte Erreichung des Zweckes schützt allein noch nicht
vor dem Tadel, der vielmehr gerechtfertigt ist, wenn derselbe Zweck