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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 56. Band, (Jahrgang 1867)

V  a  h  1  e  n

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2)  die  )Ji£ig  als  das  Medium  der  Darstellung,  welche  verschiedene ­
  Formen  des  sprachlichen  Ausdrucks  unter  sich  begreift.
3)  die  Gegenstände  dichterischer  pu'p-y?«?,  welche  sich  hinwiederum ­
  in  drei  sondern:  a)  da.  f,v  r,  iartv,  b)  da  tpaai  xai  doxet,
c)  da  sfoai  da.
Aus  diesen  Gesichtspunkten  nun,  fährt  Aristoteles  fort,  muss  man
die  snurtp.yjp.ara:  kv  rot?  npoßlrjparjiv  lösen:  die  imnp.rjp.ara  d.  i.
die  tadelnden  Einwürfe  sind  nicht  identisch  mit  jcpoßlrjp.ara;  letztere ­
  sind  Fragen  (änopiai)  oder  Bedenken,  welche  eine  Lösung  verlangen, ­
  z.  B.  wie  kommt  es,  dass  Homer,  da  er  den  Telemaehos
nach  Lakedaimon  schickt,  ihn  nicht  hei  seinem  Grossvater  Ikarios
einkehren  lässt?  Das  imrip.rjpa  dagegen  enthält  bereits  eine  Entscheidung ­
  zu  Ungunsten  des  Dichters,  z.  B.  in  dem  angeführten  Beispiel, ­
  es  ist  äloyov  oder  äronov,  dass  Telemaehos,  da  er  nach  Lakedaimon ­
  kommt,  nicht  hei  seinem  Grossvater  Ikarios  einkehrt.  Daher
sagt  Aristoteles,  den  Unterschied  genau  festhaltend,  rä  imrip.rjp.ara
ja  zolg  npoßlYjixaoiv,  wiewohl  man  es  hei  der  nahen  Berührung  jener
Begriffe  nicht  auffällig  finden  kann,  wenn  gelegentlich  beide  ohne
Unterschied  angewendet  werden.
I)  Zuerst  nun  sollen  in  Betracht  gezogen  werden  die  s7ririp.yjp.aTc:
gegen  die  Dichtkunst  seihst  (apürov  p.iv  rä  npog  atiryjv  tyjv  rs^vyjv).
1)  Wenn  Unmögliches  gedichtet  worden,  so  ist  ein  Fehler  begangen, ­
  aber  es  ist  dennoch  richtig  (opStüg  iyn),  wenn  die  Darstellung ­
  damit  ihren  Zweck  erreicht.  Der  Zweck  nämlich  ist,  wie
früher  gesagt  (z.  B.  c.  24,  1460  a  11  und  sonst),  Erstaunen  und
Überraschung  (£x7rXyj£i?)  zu  bewirken:  es  wird  also  der  Fehler  berechtigt, ­
  wenn  man  durch  Anwendung  der  äovvara  den  Tlieil  seihst,
worin  sie-  Vorkommen,  oder  einen  anderen  wunderbarer  (ix.7zlrjy.rudrspov)
  macht.  Als  Beispiel  dient  auch  hier  die  Verfolgung  Hektors
durch  Achilleus,  welche  a.  a.  0.  c.  24  als  ein  älcyov  bezeichnet
ward,  das  in  der  Tragödie  auf  die  Bühne  gebracht,  in  seiner  Unmöglichkeit ­
  und  Unglaublichkeit  einen  komischen  Effect  hervorbringen
würde,  in  der  epischen  Erzählung  aber,  weil  nicht  zur  Anschauung
gebracht,  nicht  verwerflich  sei,  sondern  dem  Zwecke,  die  Scene  jenes ­
  Kampfes  wunderbarer  und  effectvoller  zu  machen,  dienlich  würde.
Es  ward  also  dort  unter  gleichem  Gesichtspunkt  ein  äloyov  für
das  Epos  wenigstens  eingeräumt,  wie  hier  das  ädvvarov  gerechtfertigt ­
  wird.  Beide  Ausdrücke  sind  zwar  nicht  identisch,  obwohl  sie
            
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