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Aschbach
schreiben »), wobei er Cassiodor’s und Jordanis gotbische Geschichten
zu Grunde legen wollte: und hat er nicht später im Guntherus Ligurinus
nach den Berichten des Bischofs Otto von Freisingen die
Thaten des Staufers Friedrich I. besungen, wie in dem Panegyricus
de gestis Oddonis I. der erste sächsiche Kaiser verherrlicht
worden ist?
Aber auch die Schilderungen von Naturschönheiten, für welche
das Mittelalter im Ganzen wenig Sinn hatte, aber hei welchen die
Humanisten nicht selten mit Vorliebe verweilten, wie Celtes in seinen
Reisebildern und Oden zeigt 3 ), verflochten die humanistischen Verehrer
des Alterlhums in ihre dichterischen Werke.
Finden wir alle Eigentlnimlichkeiten der humanistischen Poesie
des XV. Jahrhunderts in den Roswitha’schen Werken und muss uns
dieser Umstand schon für die Ansicht gewinnen, dass diese Dichtungen
dem Zeitalter des Celtes angehören, so wird die Vermutlmng zur
Gewissheit gesteigert, wenn zuverlässige Beweise beigebracht
werden können, dass die fraglichen Gedichte ihre Entstehung durch
Celtes und einige seiner Freunde erhalten haben.
Aus den kurzen und häufig räthselhaften Andeutungen in den
Briefen der bei dem Werke betheiligten Humanisten an Celtes s ) lässt
sich der eigentliche Sachverhalt errathen. Manche Briefe, welche
zu deutlich sprachen, sind ohne Zweifel vernichtet worden: Manches
wurde einzig und allein nur mündlich verhandelt. Wenn Celtes nicht
seihst in Zusammenkünften die Sache besprechen konnte, so sandte
1 ) Die Vita C. Celtis, welche von der Sodalitas Rhenana herausgegeben worden,
sagt: Theodoriceidem orsus est, qua Theodorici regis Gothoruin et Germaniae
historiam complecti voluit versu heroico. Der Wormser Bischof Johann Dalberg
verschaffte ihm die Werke Cassiodors (Cod. Epist. Celt. lib. XII. ep. 2. f. 138).
Von Jornandes hatte er sich in Wien eine Abschrift machen lassen.
2 ) Z. B. die Beschreibungen der Lage von Freiburg, Heidelberg und Passau in den
Oden lib. III. od. 5. und 23. lib. II. od. Io.
3 ) Auf der k. k. Ilofbibliothek in Wien befindet sich eine Sammlung von dritthalbhundert
abschriftlichen Briefen von Freunden des Celtes an ihn vom J. 1491 —1303.
Celtes hat die Sammlung selbst angelegt, und darin nicht alle Briefe aufgenommen :
offenbar fehlen viele, namentlich aus den Jahren 1492 und 1493, in welcher Zeit
die Roswitha’schen Gedichte fabricirt wurden. Im Codex sind auch bei diesen
Jahren 4 Blätter ausgeschnitten.