340
V a h I e n
uvca 7} -yi'vioSai xpooäeivat h. e. sed neque etiam cum Iioc ipsuin (posterius,
cuius auxilio probare se putant posse quod prius est) est (verum est et ita se
habet ut dicitur), illud prius esse aut fieri addi necesse est: nam auditoris
animus ipse faeile hoc sibi persuadebit. eonf. Pol. Y11I. S. p. 1339 b 34.’
Welcher Gebrauch von letzterer Stelle für die Auffassung der hiesigen zu
machen sei, ist mir nicht klar geworden. Aus jener Verbesserung selbst aber
weiss ich mir, trotz der Hülfe der lateinischen Übersetzung, einen verständlichen
Gedanken nicht zusammenzulesen. Der Satz: 8u3 av etvj rö jrpörepov rpevSog 'deshalb
kann das Erste falsch sein’ ist, wenn ich ihn recht verstehe, überflüssig:
denn dass jener Schluss aus dem Zweiten auf das Erste ein Trugschluss sei
und das Sein des Zweiten das Sein des Ersten nicht bedinge, liegt in den
unmittelbar voraufgehenden Worten toöto 8’ iavi tpcvSog, womit man vergl.
Rhetor. II 23, 1400 b 2 in ähnlichem Zusammenhang sun 8k roOro
woraus sich auch ergibt, dass Spengel mit Unrecht über jene Worte bemerkt:
rectius seripsisset roOro 8’ ovx dva-jxaXov. Aber wenn nun an jene Worte 816
av Etvj rö irpörspov tpsüSog sich unmittelbar anschliessen die anderen dXX’ ov8k
roörou övroc, so möchte es schwer sein, roörou anders als auf rö nporepov zu
beziehen; 'deshalb könnte das Erste falsch sein, aber auch wenn dieses, das
Erste, wäre.’ Allein das soll es nach Spengels Erklärung nicht, sondern roörou
soll das posterius sein, mit dem man das Erstere zu erweisen glaubt. Ist dies
schon schwer zu glauben, so wird die Sache noch erheblich schwieriger, da
im Nachsatz ctvä-yxvj avat vj 'jivkaSai npoajsXvcu, in welchem ein Object nicht
genannt ist, nicht das zuletzt vorangegangene roörou, nach Spengel das poslerius,
sondern das prius als Object gedacht werden soll: 'daher könnte das Erste
falsch sein, aber auch dann nicht, wenn das Zweite wahr ist, braucht man, dass
das Erste ist oder geschieht, hinzuzufügen.’ Aber wenn man sich durch alle
diese, wie es mir vorkommt, Unmöglichkeiten der Construction hindurchgewunden
hat, so bleibt noch die Hauptfrage, auf die ich keine Antwort weiss,
worin denn nun bei dieser Auffassung der Stelle das Verfahren Homers bestehe,
das den übrigen Epikern empfohlen werden und durch das Homerische Beispiel
aus den Niptra erläutert werden soll. Ich gestehe daher, diesem Verbesserungsvorschlag
in keinem Betracht Geschmack abgewinnen zu können.
Doch hat Spengel die Stelle noch mit einigen anderen blos sprachlichen
Änderungen bedacht. So soll es nicht oiovrai '/äp aväpo>xoi sondern ot avSpwzoi
heissen. Stünde cs fest, dass der Artikel nothwendig, so könnte man es
noch leichter haben, indem man avS-pwjroc schrieb, wie neuere Platonherausgeber
an mancher Stelle gethan. Doch bin ich so weit entfernt zu widersprechen,
dass ich vielmehr Belehrung wünschte, die aber nicht darin bestehen
kann, dass man an einer Stelle verbessert, was an zehn gleichartigen unbeanstandet
stehen bleibt. Meine Beobachtung im Aristoteles hat mich nicht weiter
geführt als zu dem Bekannten, dass bei allgemeinen Bezeichnungen dieser Art
wie avSptoiroi, äzoi u. s. w. der Artikel so gut stehen kann als fehlen, d. h. dass
die Nuancirung der Bedeutung, je nachdem der Artikel steht oder fehlt, in das
Belieben des Schriftstellers gelegt ist. So weiss ich denn nicht, warum hier oiovr«t
7ap ot dväpitiKOi nothwendig sei, während man Politik 1332 a 23 8id xai