Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 56. Band, (Jahrgang 1867)

Beiträge  zu  Aristoteles  Poetik.

339

richtig:  überliefert  sind,  haben  Mehre  gesehen  und  haben  verschiedene  Verbesserungsversuche ­
  gemacht.  Am  Schlüsse  m.  Aufs.Z.  Kr.  Ar.  Sehr.  1861  S.  92
konnte  ich  mit  Erlaubniss  ihres  Urhebers  folgende  Verbesserung  von  Bonitz
miltheilen:  dtö  Sei,  av  rö  xpäizov  t|/eüdoj.  äXXo  de  rouvou  ovzog  ava^x-p  efvat
*/eveaScu  [^],  izpoaSeZvai.  Hierin  hielt  und  halte  ich  äXXo  für  eine  ebenso  feine
als  evidente  Verbesserung.  Spengel  hat  zwar  neuerdings  bemerkt:  Robortellus
sane  in  manuscriptis  äXXo  de  legi  tradit,  sed  illi  qui  sint  ipse  viderit.  Dass  dies
nur  Conjectur  eines  damaligen  Gelehrten,  nicht  handschriftliche  Tradition  ist,
bedarf  nicht  des  Beweises:  aber  dadurch,  dass  ihr  handschriftliche  Unterstützung ­
  nicht  zu  Theil  wird,  verliert  die  Conjectur  so  wenig  an  Zuverlässigkeit, ­
  als  das  Verdienst  der  Entdeckung,  in  meinen  Augen  wenigstens,  dadurch
geschmälert  wird,  dass  denselben  Gedanken  schon  in  alten  Zeiten  Jemand
hatte.  Hat  doch  Niemand  von  jener  Notiz  Robortellis  Gebrauch  zu  machen  gewusst ­
  und  weiss  es,  wie  sich  bald  zeigen  wird,  Spengel  auch  jetzt  noch  nicht.
Doch  reicht  diese  Verbesserung,  wie  es  scheint,  noch  nicht  aus  zur
völligen  Herstellung  jener  Worte.  Es  ist  nicht  genug,  dass  ein  anderes,  wenn
das  erste  ist,  nothwendig  sein  muss,  sondern  dieses  andere  muss  wahr  und  als
wahr  gewusst  sein.  Das  liegt  in  der  Natur  des  hiesigen  Fehlschlusses  und
darauf  deuten  auch  die  folgenden  Worte  dtä  7ap  rö  zovzo  etde'vat  äXriäeg  öv.
Daher  möchte  unter  Festbaltung  jener  Verbesserung  von  Bonitz  und  mit  kleiner
Nachbesserung  vielleicht  so  zu  schreiben  sein:  av  rö  Trpürov  <pev8og,  ä'XXo  8',  0
zovzov  ovzog  xviyx-y  (seil,  iaz'i)  efvat  vj  ^eveaöai,  -p  (wodurch  dann  auch  das
handschriftliche  ij  hinter  ^evenäai  seine  Vcrwerthung  findet)  :  'wenn  das  Erste
falsch,  ein  Anderes  aber,  das,  wenn  jenes  ist,  nothwendig  sein  oder  geschehen
sein  muss,  ist.’
ln  den  umgebenden  Worten  dtö  8-p—  -pooäeivai  ist  zwar  8ei  eine  leichte
und  ansprechende  Verbesserung:  da  indessen  die  Partikelverbindung  810  8-p,  die
auch  sonst  bei  Aristoteles  vorkommt,  z.  B.  Politik  1318  b  27  und  1310  b  3,  an
dieser  Stelle  so  unpassend  nicht  ist,  so  möchte  ich  daran  nicht  ändern,  zumal
der  Infinitiv  npoaäeivai  möglicherweise  von  dem  Hauptverbum  dedida/s  "Opppog
noch  abhängig  sein  könnte.  Ich  verhehle  mir  nicht  die  Härte,  welche  in  dieser
Ergänzung  liegt,  doch  gewöhnt  Aristotelischer  Stil  an  die  Ertragung  solcher
Härten.  Man  vgl.  z.  B.  Psych.  421  b  26  so  ixe  de  zoZg  äväpwizoig  dtaipepetv  rö
aiaSpz-ppiov  zovzo  :rpäg  rö  rojv  äXXmv  Copoiv  wowep  rä  öptptara  ~pöc  za.  zwv
oxAv)poyääXp.o)V  rä  piv  7äp  sys:  (ppäypa  xal  8><J;rep  eXurpov  rä  ßXitpapx,  a  prt
xtvvjtraj  pyjd’  üvaaxaaag  oO-y  öppe  za  de  ax^.-ppoipäaXpa  oödev  e%ei  zoioözov,  äXX’
eväiwg  bpei  rä  71  vöpeva  e’v  r<ö  dtapavet'  ovzoig  ouv  xat  rö  oaspavrtxöv  aiff-Bpzvipiov
  rote  psv  äxäXutpes  etvat,  Siar.tp  rö  öp.p.a,  zoig  de  röv  äe’pa  8e%op.hoig
e'xstv  imxaXvppa,  wo,  wenn  ich  recht  verstehe,  die  Infinitive  eivat  und
E'/etv  noch  von  dem  an  die  Spitze  gestellten  eotxev  abhängig  sind.  Doch  Hesse
sich  für  jenes  dtö  dvj  —  rcpouäeZvai  auch  noch  anderes  als  möglich  denken,
was  ich  nicht  weiter  verfolge.
Von  anderen  Versuchen,  mit  der  Stelle  fertig  zu  werden,  sei  hier  noch
der  mit  Benutzung  älterer  Vorschläge  von  Spengel  zurecht  gemachte  erwähnt:
'integer  erit  locus:  dtö  av  etrj  rö  ezpozepov  ^evSoc,  äXX’ovde  zovzov  ovzog  ävä-jxii
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.