Beiträge zu Aristoteles Poetik.
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wollen: sie ist, weil nicht aus der Natur der Kunstgattung gezogen, variabel
und könnte möglicherweise auch anders sein: allein sie ist ein gegebenes, an
das sich der Tragiker halten kann, zumal er innerhalb dieser Schranke, die
selbst noch manehfachen Spielraum lässt, jenen aus dem Wesen und der Aufgabe
der Dichtung gezogenen Bestimmungen der Länge entsprechen kann.
Warum sollte er also diesen thatsäehlichen Gebrauch tetralogischer Aufführung,
welche pJ.x äxpiacic ergibt, nicht auch als einen äussern Anhalt bezeichnen
dürfen, dem der Epiker für die zweckmässige Länge seines auch für p.ia
xxpiaaic bestimmten Gedichtes sich anzunähern suchen solle. Geht doch auch
hier die aller Kunstgattung gemeinsame Bestimmung der Länge voraus, dass
man das Ganze, Anfang und Ende müsse überschauen können.
Die hiesige Bestimmung des p.vjxos der epischen Dichtung im Unterschied
von der Tragödie geht die Länge an, welche im Wesentlichen nach der Verszahl
sich bestimmt. Die c. 5, 1449 b 12 hervorgehobene Verschiedenheit von Epos
und Tragödie (tri 5s rep v.r/xci v$ pev ori paXiura -sipxrat Otto pu'av nzpioSov vjXt'ou
sivat pixpöv icxXXxrrsiv. r, 5s ixoizoiia aöpiarog tS> yoovrp d. h. überdies in
der Länge versucht die eine wo möglich unter einen Sonnenumlaufzu fallen
oder wenig darüber hinaus zu gehen, die andere ist nicht an Zeitgrenzen gebunden)
diese Verschiedenheit geht nicht diese Länge an, sondern jenen bekannten
Unterschied des tragischen und epischen Sujets, wonach der Ausschnitt der
tragischen Handlung vom Dichter so zu wählen ist, dass dieselbe als in dem
Umfange eines einzigen Tages verlaufend dargestellt und aufgefasst wird, die
Handlung eines epischen Gedichtes dagegen sich auf eine Reihe von Tagen
vertheilen kann. Den unlängst mit grossem Aufwand von Gelehrsamkeit gemachten
Versuch zu beweisen, dass jenes Eintagesgesetz die griechische Tragödie
nicht gekannt und Aristoteles nicht berührt habe, halte ich im Ganzen
und Einzelnen für missglückt (Teichmüller, Beiträge zu A. Poetik S. 170—
240): er widerlegt sich an den Thatsachcn der griechischen Tragödie wie des
homerischen Epos, die man beide nur neben einander zu halten braucht, um
den von Aristoteles hervorgehobenen Unterschied deutlich wahrzunehmen, und
er widerlegt sich nicht minderan den sehr einfachen und jedeZweidcutigkeitausschliessenden
Worten des Aristoteles. Leser der griechischen Tragödien werden
wissen, w r ie viele Feinheiten der Kunst aus eben jener Schranke für den Dichter
erwachsen sind, und werden sich mancher Stellen erinnern, an denen der Dichter
cs recht absichtlich den Hörern zum Bewusstsein bringt, dass der tragische
Verlauf an eben demselben Tage seinen Abschluss findet, an welchem er anhob.
Es ist übrigens leicht einzusehen, wie dieser Unterschied in der fingirten Zeitdauer,
welche der Tragiker und Epiker seiner Handlung geben kann, mit dem
andern Unterschied beider in der äusseren Länge und Ausdehnung des Gedichtes
aufs engste zusammenhängt.
14S9 b 23 i'/j'- 5s xpog rä s’-szrstvssSat ro ixt'/sjog soXv n r, izo-ouct
idiov xrX. Damit vergleiche man Rhet. 1413 b 31 srt iyii 75io'v rt rx äxvvdsrx,
welche Stelle Spengel in seiner Ausgabe verdorben hat, indem er sie so druckt:
xftl rx xtrüvdsra oxzxvrois (seil, iariv vzoxpizixx) — ävx*/zvj 7x0 vnoxpfaeoäoti
xxi arj oje ;v Xs^ovra rep aurep r,jn xxi rövtp sbrriv, or: e/Ei ü5iov 71 rx äffuv-