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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 56. Band, (Jahrgang 1867)

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V  a  h  1  e  n

so  viel  ich  sehe,  grundlose  Annahme  einer  Lücke  zugegeben,  so  bliebe  ja  der
Satz  Kpög  '/xp  roiiroig  Xilgsi  xai  ötavot'a  rravra  vKepßißXvjxev  davon  völlig  unberührt ­
  und  die  Congruenz  zwischen  diesem  und  dem  vorangegangenen  sn  rag
Stxvoiag  xai  rvjv  X6%iv  £x h v  xaXwc  nach  wie  vor  dieselbe:  und  wenn  nun
dennoch  diese  augenfällige  Übereinstimmung  zwischen  Theorem  und  Beispiel
eigenmächtig  zerstört  werden  soll,  so  kann  ich  darin  nur  die  Anwendung  methodischer ­
  Grundsätze  erkennen,  welche  die  meinigen  nicht  sind.
A.  a.  0.  S.  27  hatte  ich  überdies  bemerkt:  'wollte  man  den  vj3vj  noch
eine  besondere  Erwähnung  einräumen,  so  müsste  es  im  Anschluss  an  Ka.Svip.6trcov
  (b  12)  geschehen,  aber  auch  dies  hat  seine  Bedenken.’  Dies  hat  Susemihl
nicht  abgehalten,  in  seiner  Ausgabe  KaS-gparoi-j  xai  ijScöv  drucken  zu  lassen,
mit  dem  Vermerk:  'So  S  nach  eigener  Vermuthung.’  Welches  Bedenken  gemeint ­
  war,  kann  keinem  Leser  der  Poetik  unklar  sein.  Aristoteles  hat  c.  11
die  pipri  roö  pvSov  bezeichnet  als  KipiKsrsia,  ävayvclvpicrig  und  KctSog.  Diese
drei  p-ipri—  und  mehr  kennt  A.  nicht—werden  hier  abermals  als  übereinstimmend
dem  Mythos  des  Epos  und  der  Tragödie  angehörig  aufgeführt  in  den  Worten:  xai
r/äp  KcpiKizsiwv  Sh  xai  avayvoipiaeitiv  xai  jraSjjpäuov.  Demnach  weiss  ich  auch
hier  nicht,  wie  es  mit  den  Gesetzen  der  Kritik  verträglich  sein  soll,  dieseÜbereinstimmung
  zu  stören,  indem  man  ein  viertes  xai  vjStnv  hinzufügt?  Ich  beharre
daher  bei  der  früher  ausgesprochenen,  bis  jetzt  durch  keinen  stichhaltigen
Grund  widerlegten  Meinung,  dass  die  vjSvi  weder  in  dem  Satze  hi  rag  Siavolag
xrX.  noch  in  dem  vorangegangenen  xai  */äp  KcpiKcrsiSiv  xrX.  hinter  jra3>jp.ar(ov
einzuschalten  seien,  und  dass,  wenn  die  vjSvi  in  diesem  Zusammenhänge  wirklich
nicht  unerwähnt  bleiben  durften,  dafür  eine  andere  Form  gesucht  werden  muss.
Allein  die  Voraussetzung  selbst,  dass  eine  namentliche  Anführung  der  vjSvj
unerlässlich  sei,  ist  nicht  stichhaltig.
Wenn  Aristoteles  sagt:  xai  ra  pipvj  pcXoKOiiag  xai  otpsug  raüra  (seil,
det  l'xav  T1 5 v  cKOKOtiav  rvj  rpa'ywöia),  so  braucht  daran  eine  Aufzählung  der
Theile  selbst,  die  früher  c.  6  genannt  und  definirt  sind,  sich  nicht  anzuschliessen:
  ich  will  mich  nicht  auf  c.  ä  berufen,  wo  Gemeinschaft  und  Verschiedenheit ­
  der  pipvj  in.Tragödie  und  Epos  mehr  im  allgemeinen  bezeichnet  wird:
aber  auch  c.26,1462  a  14  heisst  es  Kctvr  k’x^t  (<5  rpa-ywdta)  oGotKcp  vj  Ikotcoiioi..
xai  hi  ov  ptxpdv  pipog  rvjv  piouacx^v  xai  rag  otf/cij,  ohne  dass  nun  die  übrigen
beiden  gemeinsamen  Theile  aufgezählt  würden.  Anderseits  kann  der  Satz  hi
rag  Siavoiag  xai  rvjv  Xitgiv  xaXSig  nicht  als  Abschluss  einer  Aufzählung
der  p.c'pv)  angesehen  werden:  denn  was  wäre  das  für  eine  Aufzählung  der  p.ip'O,
die  so  verlief:  r^v  sVojrou'av  rvj  rpayydia  peXoKoiiag  xai  ötpso>;  pipvi  ravra  Sh
i'/J'.v,  pvSov,  vjSog,  hi  rctg  Siavoiag  xai  rr t v  X££,tv  eyeiv  zaXcöc.  Erwägt  man  dies
alles  und  betrachtet  die  Anwendung,  welche  von  diesen  theroretischen  Sätzen
auf  Homer  gemacht  wird,  so  kann,  wie  ich  denke,  nicht  unklar  sein,  worauf
es  hier  vor  allem  ankam:  nämlich  1)  auf  die  Arten  der  Composition  (si’dvj),
nachdem  der  Mythos  in  seiner  Behandlung  im  Übrigen  als  dramatisch-einheitliches ­
  Ganzes  im  cap.  23  eingehend  behandelt  worden:  und  2)  auf  die  äussere
poetische  Ausführung  in  Gedanken  und  Sprache  (dixvoia  und  XHgig).
            
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