Beiträge zu Aristoteles Poetik.
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jeden Epiker ist, so hat er auch allein unter den (epischen) Dichtern
bewiesen, dass er weiss, welche Rolle der Dichter selbst in seiner
epischen Darstellung zu übernehmen hat: der Dichter selbst muss
nämlich möglichst wenig in eigener Person in seiner Erzählung
reden: in den Partien, wo der Dichter selbst den Faden der Erzählung
in der Hand hält, ist er nicht, was er doch sein soll,
Nachahmer (jufairr, j) in dem Sinne, dass er seihst mit seiner Person
in den von ihm redend eingeführten Personen aufgeht und verschwindet.
Die meisten anderen Dichter nun machen es so, dass sie
selbst durch die ganze Darstellung in eigener Person die Erzählung
führen (cr/wvt'^ovvat) und nur an wenigen Stellen ihre Rolle ganz
an die redend eingeführten Personen abgeben. Umgekehrt ist das
Verhältniss bei Homer, der nach kurzen Einführungsworten (0X17«
ypotpua<7ccpi.svo?), die gleichsam das vermittelnde Band der selbständigen
fvasig abgeben, sofort einen Mann oder ein Weib oder
eine andere Person (r ; ~oc) redend einführt, und zwar alle mit
bestimmt ausgeprägtem Charakter, der in den Reden seihst seinen
Ausdruck findet 23).
Diese überaus wichtige, schon vor Aristoteles von Platon hervorgehobene
Forderung epischer Darstellung geht auf die Natur des
Epos zurück. Das Epos ist seinem Wesen nach Erzählung, xtcx^z-XI«,
Si anayyslixg pdp}«?, rhrrfnixaz’.vSn puixriaig: da aber, wie Cap. 3
bei der Sonderung der Dichtungen nach der Art und Weise der Nachahmung
angedeutet worden, die änxyyelix zweifacher Art sein
kann, indem der xnxy^iXkuv entweder als eine andere Person aus
deren Sinn und Gedanken redet (frepöv Tt 7r/vop-svov) oder aber als er
selbst aus eigener Person darstellt (wj ziv xvzöv -/.cd p.r, ixtzxßxA-Xovra),
so ist die erste Weise der äxxyye'Xix, für welche auch dort
Homer als Muster genannt wird, die dem Epos entsprechende: nicht
der Dichter selbst soll durch das Ganze der xKxyysl’Xeav sein, sondern,
indem er selbst nur den verknüpfenden Faden der Erzählung
hält, soll er unter den verschiedenen von ihm in Rede und Gegenrede
eingeführten Personen verschwinden: dadurch nähert sich die epische
Darstellung der eigentlich dramatischen, bei welcher das Band
zwischen dem Dichter und den redenden und handelnden Personen
gänzlich zerrissen ist, und die letzteren als freie und selbständige
Wesen unmittelbar vor unseren Augen agiren. Die Bemerkung über
diese Anforderung des Epos war also nicht neu: doch war es zweck-