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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 56. Band, (Jahrgang 1867)

Beiträge  zu  Aristoteles  Poetik.

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erst  und  der  Kunstanforderung  entsprechend  geleistet:  er  hat,  was
die  innere  Gestaltung  seiner  Epen  angeht,  hei  beiden  zusammen
jene  vier  Compositionsarten  in  der  Weise  angewendet,  dass  er  die  Ilias
einfach  und  pathetisch,  die  Odyssee  verflochten  und  ethisch  angelegt ­
  hat:  und  überdies  hat  er  auch  im  Gedankenausdruck  und  in
der  Sprache  alles  überboten.  Dass  Homer,  indem  er  die  vier  Compositionsformen
  in  seinen  Epen  zur  Anwendung  brachte,  auch  alle
Theile  d.  h.  Erfordernisse  der  epischen  Dichtung  angewendet,  ist  so
selbstverständlich,  dass  diesen  Gedanken  hier  Niemand  erwarten
oder  vermissen  wird,  zumal  Homers  Meisterschaft  in  der  dramatischabgeschlossenen ­
  Composition  des  Sujets  Cap.  23,  und  seine  Überlegenheit ­
  in  der  Einführung  charakteristischer  Individualitäten  (ßSr,)
nachher  im  Cap.  24  ausdrücklich  hervorgehohen  und  anerkannt  ist.
Im  Übrigen  aber  ist  die  Übereinstimmung  zwischen  diesem  zweigliederigen ­
  Urtheil  über  Homer  und  der  vorangestellten  theoretischen
Äusserung  über  die  Bedingungen  und  Erfordernisse  der  epischen
Composition  rücksichtlich  der  Arten  einerseits,  woran  sich  die  Theile,
und  die  Theile  des  Mythos  anschliessen,  und  der  kunstgerechten»
Ausführung  in  didvoia  und  AeZic  anderseits  so  einleuchtend,  dass
jeder  kritische  Versuch,  der  diese  Übereinstimmung  alterirt,  als  verfehlt ­
  gelten  muss  20 ).
Hiermit  ist  das  der  Tragödie  und  der  epischen  Dichtung  gemeinsame ­
  Gebiet  in  kurzer  aber  dem  Plane  des  Aristoteles  vollkommen ­
  entsprechender  Erörterung  abgethan,  und  alle  Specialausführung
für  das  beiden  Gattungen  Gemeinsame  aus  der  breiteren  Ausführung
der  tragischen  Theorie  zu  entnehmen.  Aristoteles  wendet  sich  daher
zu  den  beiden  Momenten,  welche  der  epischen  Dichtung  im  Unterschiede ­
  von  der  Tragödie  zukommen,  der  Ausdehnung  und  dem  Metrum, ­
  welche  beide  schon  Cap.  3  als  unterscheidende  Merkmale  der
epischen  und  tragischen  Dichtung  bezeichnet  waren.
Was  nun  die  Ausdehnung  des  Epos  anlangt,  so  ist  die  früher
(Cap.  7)  gegebene  Begrenzung  hinreichend:  das  sCaOvojerovdas
dort  von  dem  p.iy=S'jc  eines  Kunstwerks  verlangt  war,  und  das
Aristoteles  23,  1439  a  32  wieder  hervorhebt,  spricht  er  hier  in  der
Forderung  aus:  diivaaSou  ycr.p  osi  avvopäo?Saci  rr,v  äpyjiv  y.cä  rö  rs-/oc.
  Das  heisst  also,  die  pJ.a  npätiCj  welche  für  das  Epos  verlangt
wird,  darf  selbst  so  weit  ausgeführt  und  mit  Episodien  der  Art
erbreitet  werden,  dass  man  immer  im  Stande  bleiben  muss,  das
            
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