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konnten. In dieser Beziehung konnten wir die nackte Aufzählung bei
Aristoteles aus Proklos' Inhaltsangaben einigermassen für unsere Vorstellung
ausfüllen, und wenn uns Einiges unklar blieb, so ist eben
nicht zu vergessen, dass wir statt eines vollen Epos nur einen Schattenriss
in Proklos' Excerpten haben. ls )
Soviel also über die einheitliche und dramatische Gestaltung des
Mythos im Epos. Weiter muss (Cap. 24) die epische Dichtung für
die Composition sich an dieselben Arten halten, wie die Tragödie,
d. h. sie muss entweder einfach oder verflochten, ethisch oder pathetisch
sein: und sie hat auch die Theile mit der Tragödie gemein,
mit Ausnahme der beiden durch die dramatisch-musikalische Aufführung
der Tragödie bedingten, der Melopoeie und der Scenerie:
auf diese beiden dem Epos als erzählender Kunstgattung fehlenden
Theile war schon Cap. 5 hingewiesen worden: im übrigen bedurfte
es hier einer speziellen Aufzählung der pipz nicht, da dieselben früher
(Cap. 6) bei der Tragödie eingehend dargelegt sind. Und nicht
blos die Theile der Dichtung hat Epos mit Tragödie gemein, sondern
auch hinwiederum die Theile des Mythos: denn auch das Epos
erfordert Erkennungen, Peripetien, und schmerz- oder verderbenbringende
Tkaten d. h. naär,!x(XTa: auch diese Theile des Mythos,
und nur diese, sind Cap. TI für die Tragödie genannt worden.
Überdies muss die epische Dichtung in Gedanken und sprachlichem
Ausdruck deu Forderungen der Kunst entsprechen (s/stv y.cüojg).
Mit dieser letzteren Bemerkung, die man missverstanden hat, setzt
Aristoteles nicht etwa eine angefangene Aufzählung der Lupz fort,
wozu £-/_£(v xcG.ojc nicht wohl passen würde: vielmehr ist der Gedankenzusammenhang
dieser: für die innere Gestaltung der Dichtung
als solcher d. i. die dichterische Composition im eigentlichen Sinne
ist die epische Dichtung an dieselben Compositionsarten, sowie an dieselben
Theile d. h. Erfordernisse der Dichtung gebunden, wie die
Tragödie: überdies muss sie für die äussere Gestaltung, die auf
Gedankenausdruck und Sprache beruht, den Gesetzen der Kunst
entsprechen. Die beiden letzteren fziprji die enger zusammengehören,
löst Aristoteles von der eigentlich dichterischen Composition in ähnlicher
Art ab, wie er es in der Theorie der Tragödie getlmn (vergl.
Beitr. II S. 66). Dass dies das Gedankenverhältniss sei, geht, wie
ich meine, deutlich hervor aus der Anwendung, welche davon im
gleich folgenden auf Homer gemacht wird. Dies alles hat Homer zu-