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A s c h b a c h
und demselben Verfasser lierrühren könnten. Anders verhält es sieh
mit den folgenden.
Die vierte Comödie, Abraham genannt, hat mit der fünften,
welche die Aufschrift Paphnutius führt, im ganzen einen ähnlichen
Inhalt: es handelt sich in beiden Stücken um die in Legenden 1 ) erzählte
Bekehrung von öffentlichen Frauenspersonen zur Tugend durch
die Vorstellungen und Ermahnungen frommer Einsiedler, welche sich
nicht scheuten, um das verdienstliche Werk zu vollführen, ihre
Einsamkeit verlassend, sich in öffentliche Frauenhäuser zu begeben.
In beiden Comödien zeigt sich eine glückliche Erfindungsgabe
und tiefe Menschenkenntnis: ausführliche Charakterschilderungen
kommen vor, welche den Beweis liefer n, dass von dem Verfasser
die edlen Beweggründe, welche zur aufopfernden Liebe
führen, wie auch die Stimmungen der im Laster Versunkenen wohl
erwogen wurden. Man muss erstaunen über die Kühnheit, die
Autorschaft der beiden Stücke, die so schlüpfrige Situationen schildern,
einer keuschen und dem argen Welttreiben fremden Nonne
zuzuschreiben, um so mehr, als in einer dieser Comödien (im Paphnutius)
zugleich ein nicht gewöhnliches philosophisches Wissen
und eine Summe von mannigfaltigen Kenntnissen sich niedergelegt
findet. Auch enthält der metaphysische Dialog zwischen Paphnutius
und seinen Schülern Anklänge, welche wenig auf das zehnte Jahrhundert,
sondern vielmehr auf ein späteres scholastisches Zeitalter
passen.
Die sechste und letzte Comödie, welche Sapientia überschrieben
ist, schildert den Kampf und Sieg der christlichen Mutter Sapientia
mit ihren drei Töchtern Fides, Spes und Charitas über die heidnische
Thorheit, die im Kaiser Hadrian personificirt wird. Eine merkwürdige
Beigabe zu dem Stücke bildet die fein ausgedachte Zahlentheorie,
welche Sapientia vor Hadrian entwickelt. Es ist wenig glaublich,
dass eine sächsische Nonne im 10. Jahrhundert mit solchen schwierigen
Dingen sich beschäftigt habe. In der Legende 2), welche dem
Stücke zu Grunde liegt, kommt die Sache nicht vor.
Die versificirten Heiligengeschichten bilden das zweite Buch
(nach dem Codex das erste).
1) Act. SS. Martii T. I. p. 443. Oct. T. VI. p. 223.
3 ) Act. SS. August. T. I. p. 16.