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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 56. Band, (Jahrgang 1867)

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V  a  h  1  e  n

gene  Beurtheilung,  yon  zuversichtlichen  Behauptungen  unbeirrt,  nicht
an  Formen  des  Stiles,  sondern  an  schauspielerische  Action  und
Gesten  denken,  wie  entsprechend  Rhetor.  II  8,  1386  a  32  und  Poet.
26,  1462  a  3.
An  unserer  Stelle  heissen  oy/iixoiTa.  As£sw?  Satzformen  wie  die
befehlende,  bittende,  erzählende,  drohende,  fragende,  antwortende,
und  wenn  es  sonst  noch  etwas  der  Art  gibt.  Es  ist  bekannt,  dass  Protagoras
  zuerst  vier  Satzformen  unterschieden  hatte,  Bitte,  Frage,  Antwort, ­
  Befehl  (Diog.  Laert.  IX8,  53;  Suidasüpwr.  QuintilianIII  4,  10);
gleichfalls  vier,  aber  verschiedene  Formen  hatte  Alkidamas  gesondert, ­
  Bejahung,  Verneinung,  Frage,  Anrede  (Diog.  Laert.  a.  a.  0.),
und  noch  andere  nicht  genannte  Theoretiker  nach  desselben  Diogenes ­
  Zeugniss  sieben,  ausser  fünf  in  der  Poetik  angeführten  (denn  die
ümCkh  fehlt  dort)  noch  die  dxayysXia  und  ylf,aig  (vgl.  Dionysios  de
comp.  c.  8,  p.  46  R.).  Dass  Aristoteles  nur  noch  eine  und  gerade  die
dxayyelix  hinter  der  ihm  sehr  geläufigen  abschliessenden  Wendung
xat  d  ri  dXXo  zoioürov  habe  verstecken  wollen,  scheint  mir  eine  unbegründete ­
  Annahme  4 ):  auf  eine  vollständige  Aufzählung  der  von
irgend  einem  der  früheren  aufgestellten  Formen  kam  es  für  den  hiesigen ­
  Zweck  nicht  an,  da  eine  theoretische  Erörterung  derselben
nicht  beabsichtigt  war,  dieses  Gebiet  vielmehr  von  der  Theorie  der
Dichtkunst  weg  an  die  Declamirkunst  (ÖKoxpinxr))  verwiesen  wird,
welche  (nach  Rhetor.  III  1,  1403  b  28)  zu  untersuchen  hat,  wie
man  die  Stimme  für  jeden  Affect  (xpög  exccazov  näSag)  zu  gebrauchen
habe.  Bei  den  hier  gemeinten  Satzarten  aber,  welche  sich  in  der
sprachlichen  Form  nur  zum  Theil  unterscheiden  und  daher  zu  den
grammatischen  Modi  nur  eine  entfernte  Analogie  haben,  kam  es  vorzüglich ­
  auf  den  Ton  der  Stimme  und  die  Weise  des  Vortrags  an,
wie  auch  Dionysios  bemerkt  de  adm.  vi  die.  in  Dem.  c.  54,  1121
R.  i'ötov  ös  dv?  7iov  ayji\>.a.  xsoascag,  t'dtov  d’  dv3uxo(popäg,  i'djov
d’«ü£r;(7c£/Jf  oü  SCivazca  tuvto.  ivi  rövw  xai  fJ-tä  piopyp  ywvüs  AsyeoSca.

Dieselben  Satzarten  wie  die  Poetik  meint  auch  die  Hermenie
c.  4,  17  a  5,  wenn  dieser  nur  das  logische  Verhältniss  der  Sätze  in
Betracht  ziehenden  Schrift  nur  der  Iv/og  äxo<pavru6g  zuerkannt,  die
anderen  Satzarten  aber,  wie  die  dyjt  und  die  ähnlichen  der  Rhetorik
oder  Poetik  anheimgegeben  werden:  worin  nichts  nöthigt  ein  bestimmtes, ­
  in  der  einen  oder  anderen  Schrift  einzulösendes  Verspre-
            
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