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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 56. Band, (Jahrgang 1867)

Beiträge  zu  Aristoteles  Poetik.

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den  Redner  in  Parallele  bringen,  sondern  den  Redner  und  die  dramatischen ­
  Personen,  welche  der  Dichter  handelnd  und  redend  einführt: ­
  sie  haben  die  oidvoix  in  der  angeführten  Gliederung  anzuwenden: ­
  sie  beweisen  und  widerlegen,  sie  regen  im  Widerstreit
gegen  einander  Affecte  auf  oder  beschwichtigen  die  aufgeregten,  sie
verleihen  den  Dingen  Grösse  und  Wichtigkeit  oder  lassen  sie  als
klein  und  gering  erscheinen.  Diese  Zwecke  haben  sie  durch  das
Mittel  der  Rede  zu  erzielen,  und  auch  sie  haben  nichts  mehr  zu
tliun,  wenn  die  Dinge  auch  ohne  die  Rede  schon  so  erscheinen,  wie
sie  sollen.  Da  demnach  der  Satz  rd  ö’  iv  rw  Xöyu>  auf  den  Redner
wie  auf  die  Personen  im  Drama  Anwendung  leidet,  so  mag  es  sein,
dass  die  doppelte  Beziehung  beabsichtigt  war,  und  nur  die  Annahme
ist,  wie  ich  glaube,  abzulehnen,  dass  derselbe  ausschliesslich  vom
Redner  gelten  soll:  denn  hierdurch  würde  die  Beredsamkeit  in  einen
Gegensatz  gegen  die  npdyp.xrix.  d.  i.  die  dramatischen  Handlungen
gebracht,  wobei  Absicht  und  Gedankenzusammenhang  des  ganzen
Abschnittes  schwer  begreiflich  bliebe.  Es  wollte  aber,  wie  ich  meine,
Aristoteles  das  betonen,  dass,  wenn  dieselben  Gesichtspunkte  der
didvoix  für  die  Composition  der  npd.yp.XTa.  wie  für  die  Reden  gelten,
doch  jene  ihre  Wirkung  durch  sich  selbst  haben  müssen,  die  Reden
(in  der  Beredsamkeit  wie  im  Drama)  nur  dann  ihren  Zweck  erfüllen,
wenn  sie  einen  durch  sie  erst  darzulegenden  Gedankeninhalt  haben.
Nach  diesen  kurzen  Andeutungen  über  die  im  Übrigen  der  Rhetorik ­
  anheimgegebene  didvoia  bleibt  nun  nur  noch  der  Stil  der
Tragödie  (Xi£is)  zu  behandeln  übrig.
Einen  Gegenstand  dieser  Betrachtung  geben  die  T/dp.ara  )dfcojf
  ab.  Aus  diesem  Ausdruck  allein  Hesse  sich  schwer  bestimmen,
was  darunter  verstanden  werde.  In  der  Rhetorik  wird  derselbe  mehrfach ­
  aber  in  verschiedener  Beziehung  gebraucht,  II  24,  1401  a  7
von  der  syllogistischen  Form  des  Enthymems  (ri  <suvzorpxp.p.ivov
xxt  xvnxeipJvug  stnsTv)  ;  III  8,  1408  b  21  von  der  rhythmisch-metrischen ­
  Form  der  Rede;  III  10,  1410  b  29  von  der  antithetischen
Redeweise  (xxtx  rrjv  /U£tv  tö  piv  ayrjp.au,  sxv  ävrwst;jtivwg
llyraui);  in  den  sophistischen  Widerlegungen  166  b  10  von  der
grammatischen  Form  der  Nomina  und  Verba:  kurz  man  erkennt
bald,  dass  der  Ausdruck  noch  nicht  die  Bedeutung  eines  technischen
Terminus  hat,  wie  ihn  die  spätere  Rhetorik  ausgebildet  bat.  Bei
rotf  ayf<p.aai  awonspyatipsvov  c.  17,  145b  a  29  wird  unbefan-
            
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