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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 56. Band, (Jahrgang 1867)

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V  a  li  1  e  n

zu  offenbarenden  Charakter  des  Redenden  (f / Sog'),  eine  zweite  in  den
Stimmungen  und  Affecten  liegt,  in  welche  die  Rede  die  Hörer  versetzt
(ndSri),  die  dritte  und  wichtigste  endlich  in  dem  durch  die  Rede  herzustellenden ­
  Beweise  oder  Scheinbeweise.  In  den  Besitz  dieser  drei
Gattungen  rhetorischer  Bewährung  wird  sich  demnach  setzen,  wer
Schlüsse  zu  bilden  versteht,  auf  denen  hauptsächlich  das  Beweisen
und  Widerlegen  beruht,  wer  über  die  Charakteräusserungen  und
AVer  über  die  Natur  der  Affecte  und  die  Mittel  ihrer  Erregung  unterrichtet ­
  ist  (Rhetor.  I  2,  1356  a  1  ff.).  Nach  dieser  Dreigliederigkeit
der  Bewährungsformen  wird  die  rhetorische  didvotec  in  den  beiden
ersten  Büchern  der  Rhetorik  abgehandelt.
In  der  Gliederung  der  chdvoix,  welche  die  Poetik  gibt,  wird  an
erster  Stelle  eng  zusammengehörig  Beweisen  und  Widerlegen  (tö
rs  dxodnxvvvai  xai  rö  aöecv)  genannt.  Das  Widerlegen  berücksichtigt ­
  auch  die  Rhetorik:  da  dasselbe  aber  entAveder  auf  einem  Gegenschluss ­
  (ävnGvXXoyt^eGSai)  oder  einer  Instanz  (svcrrccffig)  beruht,  für
den  ersteren  aber  andere  Formen  als  für  den  Schluss  nicht  gegeben
Averden  können,  so  blieben  nur  Gesichtspunkte  für  die  ivaruGig  zu
geben  übrig  (Rhetor.  II  25,  1402  a  31.  II  26,  1403  a  25  ovdi  ra
Xunxä  iv3vp.-gp.aTOg  do6g  n  iariv).  An  das  Widerlegen  ist  in  der
Poetik  auch  1450  h  11  gedacht,  avo  die  mavoia  als  das  definirt
Avird,  iv  olg  dTzodeixvvovGi  n  (hg  ecmv  rj  oog  ovx  ianv,  Avährend  es
1450  a  7  in  der  Definition  iv  oacig  Xiyovrsg  dnodsixvvaat  rt  im  Be-Aveisen
  eingeschlossen  scheint.
Das  in  der  Poetik  an  dritter  Stelle  genannte  xal  in  p.iys3og  xai
ptxp&T^rag  seil.  xapaox£ud£eiv  ist  im  Grunde  nur  ein  dem  BeAveisen
untergeordneter  Gesichtspunkt  und  erscheint  als  solcher  in  der  Rhetorik: ­
  in  der  Beredsamkeit  nämlich  kommt  es  nicht  blos  darauf  an,
zu  beAveisen,  dass  etwas  ist  oder  nicht  ist,  sondern  auch  dass  es
gross  und  Avichtig  oder  klein  und  unbedeutend  sei  (Bhetor.  I  3,  1359
a  19).  Daher  Averden  für  das  avpißovXsvnxdv  yivog  die  tojtoi  nicht
blos  für  das  äyaäov  und  Gvp.<pipov  schlechtAveg,  sondern  auch  für
das  pdya  und  pisitov  dyaSiv  aufgestellt  (I  7,  1363  b  5  ff.),  und  in
ähnlicher  Art  auch  hei  den  beiden  anderen  Gattungen  der  Beredsamkeit ­
  (I  9,  1368  a  10.  I  14,  1374  h  25),  zugleich  aber  wird  hervorgehoben, ­
  dass  das  ccüfstv  xai  p.uovv  d.  i.  napaaxsvd^uv  p.iysSog  xai
p.txp6rr,Txg  eigentlich  nur  ein  unter  das  änodeixvvvai  fallender  Gesichtspunkt ­
  ist  (II  26,  1403  a  17  coli.  II  19,  1393  a  9),  dem  sich
            
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