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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 56. Band, (Jahrgang 1867)

Vahle  n,  Beiträge  zu  Aristoteles  Poetik.

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Beiträge  zu  Aristoteles  Poetik.
m.
Von  dem  w.  M.  J.  V  all  len.
(Vergl.  Juniheft  1863  Bd.  L.  S.  263  und  Jännerheft  1866  Bd.  LII.  S.  89.)
Von  den  c.  6  aufgestellten  sechs  Theilen  der  Tragödie  sind
zwei,  Mythos  und  Ethos,  in  dem  Bisherigen  behandelt,  zwei  andere,
Melopoeie  und  Scenerie  (i'iptj),  als  zur  Tragödie  zwar,  aber  nicht
ebenso  zur  Theorie  derselben  gehörig,  früher  (14S0  b  16)  abgelehnt,
und  so  bleiben,  nachdem  von  dem  übrigen,  das  überhaupt  behandelt
werden  sollte,  bereits  gesprochen  ist,  noch  z-wei  Theile  zu  erörtern
übrig,  Gedankengehalt  und  sprachlicher  Ausdruck  (otävota  und
Uug').
Die  oidvoitx  nun  (cap.  19)  mag  in  der  Rhetorik  behandelt  sein
weil  ihre  Behandlung  mehr  dieser  Disciplin  Qj.£$6dov)
eigentümlich  ist.  Denn  die  Arten  und  Örter  der  Gedankenschöpfung
in  der  Beredsamkeit  sind  im  Grunde  das  ausschliessliche  Gebiet,  über
welches  eine  wissenschaftliche  Rhetorik  methodische  Anweisung  zu
ertheilen  hat.  In  den  Bereich  der  oidvaia  (y.ccrtx  rfjv  otdvotav)  gehört
eben,  was  durch  die  Rede  bewerkstelligt  werden  muss:  es  gliedert
sich  dieses  Gebiet  in  Beweisen  und  Widerlegen,  Affecte  erregen,  wie
Mitleid,  Furcht,  Zorn  und  dergleichen,  überdies  in  das  Bewirken  von
Grösse  und  Kleinheit  d.  h.  in  die  Aufgabe,  die  Dinge  entweder  als
gross  und  bedeutend  oder  klein  und  geringfügig  darzustellen  i)-Diese
  Gliederung  stimmt  im  Wesentlichen  mit  der  in  der  Rhetorik
gegebenen  Disposition  überein:  von  den  durch  die  Rede  zu  schaffenden ­
  Bewährungen  —  denn  die  ausserhalb  der  Rede  liegenden  (irr/-vai
  TiioTBig)  bleiben  füglich  hier  ausser  Betracht  —  unterscheidet  die
Rhetorik  drei  Arten,  von  welchen  eine  in  dem  durch  die  Rede  selbst
            
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